Betreutes Wohnen für Gastfamilien
„Aus Fremden kann Familie werden“

Münster-AMELSBÜREN -

Das Team „Bewo-F“ sucht Gastfamilien oder Personen, die Menschen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause bieten wollen.

Dienstag, 20.10.2020, 14:54 Uhr
Das Team „Bewo-F“ sucht Gastfamilien oder Personen, die Menschen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause bieten wollen (v.l.): Ben Guddorf, Christin Moss und Anika Ludwig..
Das Team „Bewo-F“ sucht Gastfamilien oder Personen, die Menschen mit Beeinträchtigungen ein Zuhause bieten wollen (v.l.): Ben Guddorf, Christin Moss und Anika Ludwig.. Foto: Alexianer

Zugegeben, das ist keine einfache Aufgabe, der sich die Mitarbeiter des „Bewo-F“, dem Betreuten Wohnen in Gastfamilien der Alexianer in Münster, stellen: Sie bringen Menschen zusammen. Menschen, die psychisch oder geistig beeinträchtigt sind, und Menschen, die Platz in ihrer Familie haben. Das Team ist sich sicher: Stimmen auf beiden Seiten die Vorstellungen überein, kann aus Fremden eine enge Gemeinschaft werden, die weit mehr als nur ein Mietverhältnis ist.

„Bevor ein Klient oder eine Klientin bei einer Familie einzieht, gucken wir intensiv gemeinsam, ob alles passt. Zudem wird erstmal Probe gewohnt“, erklärt Christin Moss , die gemeinsam mit ihren Kollegen Ben Guddorf und Anika Ludwig Gastfamilien und Klienten betreut.

Derzeit machen elf Familien beim Bewo-F mit, zwölf Klienten leben in den Familien. „Die Erfahrungen sind sehr gut“, berichtet Moss, „das liegt zum einen daran, dass aus bestehenden Pflegefamiliensystemen nach Volljährigkeit des beeinträchtigten Pflegekindes eine Gastfamilie wird. Die Beteiligten kennen sich also alle schon“. Das zweite Modell, das künftig weiter ausgebaut werden soll, ist, dass sich ganz neue Familien finden. Dann begegnen sich wirklich fremde Leute.

„Die Erwartungen müssen zueinander passen“, ergänzt Ben Guddorf, es nütze nichts, wenn ein Klient, der gerne in der Stadt lebt, in einer ländlichen Region in eine Familie integriert werden soll. Ebenso wenig passen Personen zusammen, die eigentlich keinen Kontakt zueinander wollen: „Die Gastfamilie übernimmt Verantwortung für den Klienten und betreut ihn“. So gibt es neben einer Vergütung dafür auch Miete, Urlaubsgeld sowie 28 betreuungsfreie Tage im Jahr.

Christin Moss betont: „Wir lassen uns viel Zeit beim Kennenlernen. Wenn alles in der Theorie stimmt, geht es mit dem Probewohnen in die Praxis“. Es sei in jeder Phase des Zusammenlebens möglich, „Nein“ zu sagen. Pflegerischen Tätigkeiten seien nicht erforderlich, es zähle einfach das Gefühl des Zusammenseins.

Auch Einzelpersonen, junge oder ältere Menschen können jemanden aufnehmen. Es sei keine pädagogische Vorkenntnis erforderlich. „Jeder, der Interesse hat, kann sich gerne melden!“ appelliert das Team. Informationen sind unverbindlich erhältlich unter   0 25 01 / 966 23 700.

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