Neues Bündnis in der BV Hiltrup
Stein soll Schmidt-Nachfolge antreten

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Grüne, SPD, Linke und FDP haben sich geeinigt – die CDU bleibt außen vor. Nach dem Willen des neuen Vierer-Bündnisses soll der 67-jährige Grüne-Politiker Wilfried Stein aus Berg Fidel neuer Bezirksbürgermeister in Hiltrup werden.

Montag, 02.11.2020, 10:17 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 18:08 Uhr
Willfried Stein (Grüne)
Willfried Stein (Grüne) Foto: pd

 

uf dem Zettel hatten ihn viele. Als Favorit wurde er nur selten gehandelt. Nun sieht alles danach aus, dass der 67-jährige Wilfried Stein als strahlender Sieger aus der munteren Kandidatensuche hervorgeht: Der Grünen-Vertreter aus Berg Fidel soll neuer Bezirksbürgermeister in Hiltrup werden.

Vertreter von SPD , FDP, Linken und Grünen einigten sich darauf am Wochenende. Gemeinsam verfügen die vier Parteien über zehn Sitze in der Bezirksvertretung Hiltrup und damit über die Mehrheit. „Wir freuen uns darüber, dass wir gemeinsam ein buntes und breites Bündnis für die Wahl zum Bezirksbürgermeister bilden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der vier Parteien.

Vorangegangen war ein Gespräch, an dem neben Vertretern von Grünen, SPD und Linken auch der FDP-Politiker Ulrich Eckervogt teilnahm. Eckervogt war zu Beginn der vergangenen Woche noch als so genannter Konsenskandidat von der CDU-Fraktion für die Schmidt-Nachfolge ins Spiel gebracht worden. Im Laufe der Woche kristallisierte sich heraus, dass die Christdemokraten doch mit einen eigenen Kandidaten in die Sitzung der Bezirksvertretung am 5. November gehen würde. Christoph Kunstlewe wurde flugs präsentiert. Eckervogt reagierte verschnupft und erklärte, dass er sich überlegen werde, wem er jetzt seine Stimme geben werde (WN, 31.10.).

Das Ergebnis steht nun fest. „Wir sind fest davon überzeugt, mit Wilfried Stein den richtigen Kandidaten zu wählen“, lässt das neue BV-Bündnis verlauten. Der 67-jährige Stein besitze jahrelange politische Erfahrung und engagiert sich neben der Politik „auch zivilgesellschaftlich für seinen Stadtteil“. Und vor allem: Stein „kann sich als Rentner mit vollem Einsatz dem Amt des Bezirksbürgermeisters widmen“.

Wilfried Stein wohnt in Berg Fidel, ist 67 Jahre alt und seit sechs Jahren Mitglied in der Hiltruper Bezirksvertretung. Seit 2014 ist er bereits dritter stellvertretender Bezirksbürgermeister und engagiert sich seit 2018 als Vorsitzender des Fördervereins „Alte Post“ in Berg Fidel. Von 1994 bis November 2020 war er zudem Mitglied im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster.

Auf ihrer gemeinsamen Wahlliste werden Grüne, Linke, SPD und FDP zudem Friedhelm Schade und Ulrich Eckervogt als ihre Kandidaten für die Ämter der stellvertretenden Bezirksbürgermeister nominieren.

Die Wahl des neuen Bezirksbürgermeisters und seiner Stellvertreter findet am Donnerstag in der konstituierenden BV-Sitzung statt. „Das Vertrauen, das mir die BV-Mitglieder von SPD, Linken und FDP, und selbstverständlich insbesondere die Grünen, in den Gesprächen entgegen gebracht haben, ist für mich eine tragfähige und stabile Grundlage für meine Kandidatur. Herausheben möchte ich, und dafür bedanke ich mich sehr, dass die SPD zu meinen Gunsten auf einen eigenen Kandidaten verzichtet“, betonte Wilfried Stein zum Abschluss der gemeinsamen Gespräche.

Auf die Einigung des Links-Plus-Bündnisses reagierte für die CDU-Fraktion deren Vorsitzender Martin Schulze-Werner mit diesen Worten: „Davon geht die Welt nicht unter. Wir werden damit umgehen können.“

Irritiert zeigte sich Schulze-Werner nur über den Stil. „Obwohl SPD und Grüne am Wochenende eine Mehrheit für ihren Kandidaten gefunden haben, boten sie am Sonntagabend unserem Kandidaten an, dass er sich noch bei ihnen vorstellen möge.“ Das habe man abgelehnt.

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