Vermarktung für 170 Wohneinheiten am Dornbusch stockt
Ausgleichsfläche ohne Baugebiet

Münster-Amelsbüren -

Normalerweise ist das Prozedere folgendermaßen: Erst wird irgendwo ein neues Baugebiet erschlossen, erst dann werden Ausgleichsflächen angelegt, um den Schaden an der Natur wieder gut zu machen. In Amelsbüren geschieht es nun genau andersherum. Hintergrund ist ein Rechtsstreit.

Dienstag, 24.11.2020, 10:35 Uhr aktualisiert: 24.11.2020, 10:40 Uhr
Die neue Ausgleichsfläche an der Straße Zum Häpper ist noch kein Indiz dafür, dass schon bald die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Am Dornbusch starten.
Die neue Ausgleichsfläche an der Straße Zum Häpper ist noch kein Indiz dafür, dass schon bald die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Am Dornbusch starten. Foto: mlü

Es geht um das Baugebiet Am Dornbusch. Wie berichtet, verspäten sich aufgrund einer Normenkontrollklage eines Anwohners die Erschließungsarbeiten auf unbestimmte Zeit. Die Stadt Münster teilt auf ihrer Internetseite lediglich mit: „Es ist zurzeit noch nicht absehbar, wann mit der Vermarktung der Grundstücke in dem Baugebiet Am Dornbusch begonnen wird.“ Nach Informationen unserer Zeitung sind allerdings auch die jetzt gestarteten Bauarbeiten für eine Ausgleichsfläche an der Straße Zum Häpper kein direktes Signal für einen kurz bevorstehenden Start der Vermarktung.

Hintergrund ist vielmehr: Für die Ausgleichsmaßnahme wurden Mittel in den Haushaltsplan der Stadt Münster eingestellt, die jetzt dringend bis zum Jahresende aufgebraucht werden müssen. „Normalerweise kommen die Ausgleichsmaßnahmen erst zwei bis drei Jahre nach dem Baugebiet, aufgrund der Haushaltsmittel werden die Ausgleichsflächen jetzt ausnahmsweise zuerst angelegt“, erläutert Kersten Scharf aus dem Grünflächenamt der Stadt Münster.

Dafür wird ein Acker zu Grünland umgewidmet. Erkennbar sind bereits eine Baumgruppe und die „Plänken“ genannten Flachgewässer. Diese rund 50 Zentimeter tiefen Gruben füllen sich bei Regen mit Wasser – dadurch wird die Fläche attraktiver für zum Beispiel Amphibien und Insekten. Von denen wiederum ernähren sich etwa Vögel. Die Plänken haben außerdem einen weiteren Vorteil: Sie können Wasser über einen längeren Zeitraum speichern und tragen damit zum Hochwasserschutz bei.

Eine Möglichkeit ist, die Fläche später von Schafen beweiden zu lassen. Die Stadt Münster sähe es allerdings lieber, wenn ein Landwirt die Grasfläche bewirtschaftet – also das Gras abmäht und als Futtermittel einsetzt. „So entziehen wir die Flächen nicht komplett aus dem landwirtschaftlichen Kreislauf“, so Scharf.

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