Evangelische Kirche verzichtet auf Präsenzgottesdienste
Weihnachten ganz anders

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

Die Evangelische Kirchengemeinde Hiltrup Amelsbüren verzichtet auf Präsenzgottesdienste in der Zeit des Lockdowns. Diese Entscheidung hatte sich bereits in der vergangenen Woche angedeutet.

Mittwoch, 16.12.2020, 21:00 Uhr
Pfarrerin Beate Bentrop und Pfarrer Klaus Maiwald laden zu einem etwas anderen Weihnachtsfest ein.
Pfarrerin Beate Bentrop und Pfarrer Klaus Maiwald laden zu einem etwas anderen Weihnachtsfest ein. Foto: gro

„Ja, wir können Weihnachten feiern, aber anders“, stellt Pfarrer Klaus Maiwald fest. Weihnachten findet statt – aber es wird keine Präsenzgottesdienste geben.

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hiltrup Amelsbüren hat im Rahmen einer Sondersitzung die Entscheidung getroffen, für die Dauer des harten Lockdowns auf die Durchführung von Präsenzgottesdiensten zu verzichten. Das gilt bereits für den kommenden Sonntag, erst recht allerdings für Heiligabend und die Weihnachtsfesttage. Die Entscheidung gilt nicht für die Gottesdienste in einem Kirchengebäude, sondern auch unter freiem Himmel.

Die Evangelische Kirche wird daher auch die geplanten sechs ökumenischen Gottesdienste zurückziehen, die für den Heiligabend vorgesehen waren und gemeinsam mit der katholischen Pfarrei St. Clemens vorbereitet wurden. „Es ist für uns nicht vorstellbar, in der jetzigen Lage die Menschen zu größeren Versammlungen zusammenzurufen“, sagt Maiwald und fügt hinzu: „Das soll keine Kritik an der katholischen Kirche sein.“

Die Entscheidung des Presbyteriums ist nach dem Bericht der beiden Pfarrer einmütig gefallen. „Dass wir schrecklich traurig sind, ist auch klar.“ Aus heiterem Himmel kam die Entscheidung nicht. Die Gemeindeleitung hatte sich bemüht, den Entscheidungsprozess so transparent wie möglich zu gestalten. Bereits in der vergangenen Woche wurden Überlegungen öffentlich gemacht, wie sie als Gemeinde unter diesen besonderen Umständen Weihnachten feiern könne und wolle. Negative Reaktionen habe es nicht gegeben, so Maiwald.

„Wir glauben, wir könne Gottesdienst feiern. Aber in diesem Jahr eben anders“, zeigt sich Pfarrerin Bentrop überzeugt. Der Stall in Bethlehem stehe dafür, dass Gott überall Wohnung nehmen könne, „An Weihnachten besucht er uns, da wo wir sind“. Wir müssen ihn nur reinlassen“, sagt die Pfarrerin und will damit deutlich machen, dass es auf die Einstellung ankomme, wie jeder Einzelne jetzt auf das Fest zugehe. Anregungen und Handreichungen gebe es – sei es nun in Form des Gemeindebriefes oder eines Gottesdienstes zum Nachlesen. Der Gottesdienst wird an Heiligabend ab 18.30 Uhr im Internet übertragen. Die Übertragung erfolge als Live-Stream. Somit biete sich die Gelegenheit, gemeinsam Gottesdienst an verschiedenen Orten zu feiern.

Die Evangelische Kirche wird digitale Angebote machen: Zentral ist der Gottesdienst als Live-Stream an Heiligabend um 18.30 Uhr. Das Krippenspiel ist ebenfalls ab dem 24. Dezember online zu erleben. Geplant ist zudem „eine Zoom-Konferenz“ zur Zeit der Christmette um 23 Uhr.

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