Schweinemaststall Hohe Ward: Ist der Vergleich mit einem Mastbetrieb in Amelsbüren zulässig?
„Es geht uns um die Innovationskraft“

Münster-Hiltrup -

Ein Schweinemaststall in Amelsbüren wird von Landwirten als Vorbild für den umstrittenen Maststall im Emmerbachtal bezeichnet – sowohl was die Standortfaktoren angeht, als auch beim Anspruch, das Tierwohl groß zu schreiben. Wie zulässig ist dieser Vergleich?

Dienstag, 16.03.2021, 20:08 Uhr aktualisiert: 16.03.2021, 20:10 Uhr
Der Teil-Offene Schweinemaststall des Betriebs Schule Heil in Amelsbüren wird von Landwirten als Vorbild für den geplanten Maststall im Emmerbachtal bezeichnet.
Der Teil-Offene Schweinemaststall des Betriebs Schule Heil in Amelsbüren wird von Landwirten als Vorbild für den geplanten Maststall im Emmerbachtal bezeichnet. Foto: mlü

Welchen Schweinemaststall sollte man sich einmal anschauen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was aktuell in der Hohen Ward geplant ist? Wer Landwirten diese Frage stellt, erhält die Antwort: Ein guter Vergleich sei der Betrieb Schulze Heil in Amelsbüren. In der Nähe ist ein Krankenhaus, ein Hotel und das Fauna-Flora-Habitat Davert. Probleme habe es deswegen nie gegeben – außerdem sei der Amelsbürener Stall in Sachen Tierwohl seiner Zeit voraus gewesen. Diesen Anspruch habe auch der junge Landwirt im Emmerbachtal.

Wo der Vergleich hinkt

Unsere Zeitung hatte sich diesen Stall angeschaut ( wir haben berichtet ). In einem maßgeblichen Punkt hinkt der Vergleich nun offenbar gleichwohl. Wie Ortslandwirt Heinz-Georg Hartmann auf Nachfrage erläutert, sei der umstrittene Maststall in der Hohen Ward nicht von Anfang an mit einer Auslaufzone geplant. Das Fleisch bekommt später im Handel zunächst nur die Kennzeichnung „Haltungsform 2“. Das würde mit den ohnehin schon hohen Investitionskosten zu Beginn zusammenhängen.

Ein nachträglicher Ausbau sei vorgesehen

Ungeachtet dessen hält der Ortslandwirt den Vergleich für zulässig: „Es geht uns um die Innovationskraft“. Der geplante Stall im Emmerbachtal ließe sich nämlich schnell aufrüsten. Der Auslauf sei quasi bereits mitgedacht. „Der Landwirt baut ihn nur nicht sofort“, so Hartmann. „Später sind die Haltungsform 3 oder sogar 4 möglich.“ Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Die Bauunterlagen sind nicht öffentlich einsehbar.

Grundsätzlich betont Hartmann: Ein moderner Schweinemaststall habe nichts mehr gemein mit alten Bausünden. Bei einem Stall mit Zwangslüftung sei es heutzutage sogar leichter als bei einem Teil-Offen-Stall (wie in Amelsbüren), die Geruchs-Emissionen im Vorneherein zu berechnen und in den Griff zu bekommen.

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