Strategie mit Magie
„Das Damengambit“ von Netflix löst einen weltweiten Boom für Schach aus

Münster -

Die Netflix-Serie „Das Damengambit“ hat einen Schach-Boom ausgelöst. Weltweit sind seit Monaten Bretter und Spielfiguren Mangelware. Mittendrin dabei sind Silvia und Christoph Kamp mit ihrem Schach­unternehmen. Von Doerthe Rayen
Sonntag, 28.03.2021, 14:00 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 28.03.2021, 14:00 Uhr
ist für Silvia und Christoph Kamp Beruf und Passion. Dass das Damengambit eine klassische Schacheröffnung ist, wissen die beiden
ist für Silvia und Christoph Kamp Beruf und Passion. Dass das Damengambit eine klassische Schacheröffnung ist, wissen die beiden Foto: Gunnar A. Pier
Vor zwei Tagen sind Bretter angekommen. „Endlich wieder“, frohlockt Christoph Kamp an diesem Morgen. Die ­Erleichterung ist dem Schachexperten anzumerken. Denn: Es handelt sich um die erste Lieferung in diesem Jahr, die das Schachunternehmen Niggemann überhaupt erreicht hat. Wochenlang hatten die Inhaber, Silvia und Christoph Kamp, mit ihren Mitarbeitern freie Sicht. 100 Regalmeter waren quasi leergefegt. Keine edlen Bretter aus Barcelona, weder Figurensätze aus Indien noch aus China, keine Schachkassetten, geschweige denn Literatur für Anfänger. Alles ausverkauft – selbst bei den Herstellern. Nur wegen Beth Harmon. Die Netflix-Serie „Das Damengambit“ hat voll eingeschlagen. Weltweit ist das Streaming-Publikum fasziniert von der fiktiven Geschichte des amerikanischen Waisen­mädchens Elizabeth. Das Wunderkind fängt als Neun­jährige mit dem Schachspielen an. Der Hausmeister des Kinderheims bringt es dem Mädchen bei und spürt sofort ihr besonderes Talent für das Spiel. Jahr für Jahr wird Beth stärker und setzt die Männer schließlich reihenweise schachmatt. Von Kentucky aus geht es für die junge Miss Harmon über Las Vegas und Paris schließlich bis Moskau, wo sie zum dritten Mal in ihrer Karriere auf den sowje­tischen Großmeister Borgov trifft. Endspiel in Zeiten des Kalten Krieges. Amerika trifft auf die UdSSR – wie zu Zeiten eines Bobby Fischer und Boris Spasski. Marktführer für Schachbedarf „Hätte ich das doch nur geahnt“, schmunzelt Christoph Kamp mitten in seinem Verkaufsraum im Gewerbegebiet von Amelsbüren, einem Stadtteil Münsters. Dann hätte der Mann vorgesorgt.
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