Angelmodde
Chronik: Rasante Entwicklung von Angelmodde-West

Mittwoch, 04.11.2009, 20:11 Uhr

Münster-Angelmodde - Die Angelmodder Geschichte endet nicht am Kirchturm von St. Agatha. Die Geschichte, die Alfons Muhr aufgeschrieben hat, fängt eigentlich erst jenseits der beschaulichen Idylle von Angelmodde-Dorf an. Angelmodde-West und die Waldsiedlung stehen im Mittelpunkt seiner Aufzeichnungen, die er in dreijähriger Recherche für die 20. Angelmodder Chronik niedergeschrieben hat. Gestern stellten die Heimatfreunde die druckfrische Ausgabe vor.

Die Bahnlinie und die Werse waren Gründe dafür, dass die drei Siedlungsbereiche Angelmoddes nie richtig zusammengewachsen sind. Angelmodde blieb über Jahrhunderte ein Dorf. „Der kleine Friedhof an der Kirche reichte immer aus“, schmunzelt Prof. Kajo Plaßmann, der mit Wolf Lammers die Redaktion der Chronik übernahm.

Die wenigen Flächen, die bei Wersehochwasser trocken blieben, boten kaum Raum zum Wachsen. Diese Zusammenhänge beschreibt Johannes Sickmann in einem zweiten Teil der Chronik, der eine gekürzte Fassung seiner Examensarbeit über die Grundlagen und Entwicklung von Siedlungsräumen ist.

So beschaulich das Dorf auch immer geblieben ist, so rasant verlief die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen Angelmoddes. Bis dahin gab es nur vereinzelte kleine Ansiedlungen am Albersloher Weg und an der Höftestraße. Eine etwas größere Siedlung entstand 1938 bis 1940, als der Bauunternehmer Peter Büscher etwa 20 Häuser für seine Arbeiter und Angestellten errichten ließ. „Viele waren damals mit dem Bau der Kaserne in Gremmendorf beschäftigt“, weiß Muhr, der selbst 1940 in der Peter-Büscher-Siedlung einzog.

In den 1950er Jahren schossen Siedlungshäuser wie Pilze aus dem Boden - darunter auch viele Häuser für die englischen Soldaten. Mit der Bevölkerungszahl wuchs auch die Infrastruktur: Die Friedenskirche, die St.-Bernhard-Kirche, die Annette-Schule und später die Osthuesheide-Volksschule (heute Eichendorffschule). Manches blieb auch Utopie: Das am Reißbrett geplante neue Zentrum mit zwei Kirchen am Junker-Jörg- und Clemens-August-Platz wurde nie verwirklicht.

Berühmtheit erlangte Angelmodde, als die Waldsiedlung von der Landesentwicklungsgesellschaft buchstäblich aus dem Boden gestampft wurde. Angelmodde wurde zeitweilig zur landesweit am schnellsten wachsenden Gemeinde. Herausragend blieb auch die 60-er-Jahre-Siedlung an der Schlesienstraße, die inzwischen sogar Denkmalstatus erlangt hat.

Der 80-jährige Muhr hat für seine Recherchen nicht nur in Archiven gegraben, sondern auch viele Zeitzeugen befragt. Interessante Fotos und Karten sind die Würze des Buches, das nach Straßenzügen gegliedert ist.

» Die Heimatfreunde verteilen das Buch an ihre Mitglieder. Interessierte erhalten es sonntags von 10.30 bis 12.30 Uhr im Gallitzin-Haus und bei Ada Mädel (0 25 06 / 74 88).

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