Angelmodde
Wenn die Eltern zur Schule gehen

Donnerstag, 03.12.2009, 18:12 Uhr

Münster-Angelmodde - Der Titel klingt nüchtern, aber das, was sich dahinter verbirgt, ist äußerst lebendig: „Begleitende Einführung in das deutsche Schulwesen für Eltern mit Migrationsvorgeschichte“ lautet der Titel des Projektes, das an der Eichendorffschule Anfang des Jahres gestartet wurde. Die Aktion wird gefördert von der Stadt im Rahmen des Projektes „ Münster für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“. „Wir wollten eine intensive Förderung der Eltern erreichen, mit dem Ziel, Menschen mit Migrationsgeschichte zu integrieren“, spricht Schulleiterin Helga Runge von einer echten Herausforderung, die besonders an ihrer Schule akut ist, da der Ausländeranteil an der Eichendorffschule durch die direkte Nachbarschaft zur Osthuesheide überdurchschnittlich hoch ist.

Auf den Weg gebracht wurde das Vorhaben gemeinsam mit Verein Treffpunkt Waldsiedlung, der den Antrag an die Stadt gestellt hatte, „weil“, so dessen Vorsitzende Anne-Marie Ittermann, „das Vorhaben der Schule praktisch unsere Vereinsziele lebendig gemacht hat“. Ein Schulvorbereitungskurs für Kinder, ein Schulvorbereitungskurs für Eltern und eine Elternschule - auf diesen drei Säulen beruht das Projekt, das nun zum Jahresende ausläuft

Ein verzahntes Arbeiten mit den Kitas gab es beim Schulvorbereitungskurs, bei dem die in der Eichendorffschule bereits für das kommende Schuljahr angemeldeten Kinder behutsam auf das vorbereitet wurden, was sie nach den Sommerferien erwartete. „Es sollten Ängste abgebaut werden. Auf der anderen Seite aber auch schon einmal klar gemacht werden, dass es sich bei der Schule um eine ernste Sache handelt“, erläutert Heide Kraft, als Honorarkraft an der Schule, die gemeinsam mit der sozialpädagogischen Fachkraft Barbara Hesper mit großem Engagement das Projekt betreut, das sich im Laufe des Jahres noch weiter entwickelte. Denn zusätzlich zu dem Schulvorbereitungskurs für die Eltern der „Noch-Kindergartenkinder“ riefen sie eine Elternschule ins Leben. „Der Bedarf war einfach da, weil der Ausländeranteil bei den Eltern der Erstklässler in diesem Jahr besonders groß war“, erklärte Barbara Hesper.

„Wie kann ich mein Kinder unterstützen? Welche Rechte und Pflichten als Eltern haben wir? Wie fühlt sich mein Kind, wenn es zu spät kommt?“ Das waren drei der Fragen, die in den 14-tätgig stattfindenden Unterrichtstagen für die Eltern im Mittelpunkt standen. Sie zum Besuch „ihrer“ Schule zu motivieren, dazu trugen wesentlich außerschulische, persönliche Kontakte bei, entweder durch Hausbesuche oder per Telefon. Und die Verbindung Schulstunde entweder mit einem Frühstück oder mit einem gemeinsamen Abendessen fand rege Zustimmung.

Vom dem großen Erfahrungsschatz, der gesammelt wurde, möchte die Eichendorffschule nun auch andere Schulen profitieren lassen. Dieses Vorhaben floss auch in den Antrag ein, der gestellt werden musste, um das Projekt weiterleben zu lassen. „Unser Vorhaben wird wohlwollend gesehen“, weiß Schulleiterin Helga Runge.

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