Gallitzin-Grab wird restauriert
Korpus hinter Gittern

Münster-Angelmodde -

Das Grabmal der Fürstin Amalie von Gallitzin ist der prominenteste Teil der St.-Agatha-Kirche. Gefühlt macht er den Kirchplatz erst vollständig – und ist doch derzeit ganz verdeckt. Eingeigelt von Baugerüsten. Seit August laufen Restaurationsarbeiten, möglichst viel Originalsubstanz soll erhalten bleiben. Ein ganzer Sandsteinblock muss jedoch trotzdem ausgetauscht werden.

Samstag, 29.09.2012, 09:09 Uhr

Gallitzin-Grab wird restauriert : Korpus hinter Gittern
Von Baugerüsten eingeigelt ist zurzeit der Korpus am Grab der Fürstin von Gallitzin. Es ist separat von der Kirche denkmalgeschützt. Foto: beg

Das Grabmal der Fürstin Amalie von Gallitzin ist der prominenteste Teil der St.-Agatha-Kirche. Gefühlt macht er den Kirchplatz erst vollständig – und ist doch derzeit ganz verdeckt. Eingeigelt von Baugerüsten. Seit August laufen Restaurationsarbeiten, möglichst viel Originalsubstanz soll erhalten bleiben. Ein ganzer Sandsteinblock muss jedoch trotzdem ausgetauscht werden.

„Das Grabmal hatte doch deutliche Schäden. Der ganze Stein am Sockel hat sich aufgelöst“, erzählt der Restaurator Dr. Christoph Hellbrügge im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten . Die Witterung hat ganze Partien herausgesprengt, es haben sich Blasen gebildet und Risse durchziehen den alten Baumberger Sandstein.

„Die wollten wir beseitigen, bevor im Winter weitere Abplatzungen entstehen“, erinnert sich der Architekt Markus Vieth. Aber es stellte sich heraus: Die Schäden sind zu groß. Der Stein muss komplett ausgetauscht werden. Ersatz aus einem Steinbruch ist schon unterwegs, schon nächste Woche soll er eingebaut werden.

Davon abgesehen handelt es sich bei Arbeiten um „ein klassisches Konservierungsprogramm“, so Hellbrügge. Die Tafeln erhalten neue Befestigungen, eine Imprägnierung wird nach Reinigung aufgetragen, das Grab wird fit für die Zukunft gemacht.

Übrigens nicht zum ersten Mal. Heimatfreund Karl-Josef Plassmann aus dem Kirchenvorstand weiß: „Das Denkmal wurde um 1900 schon einmal erneuert.“

Damals musste der Gedenkstein aus Natursandstein gegen eine komplett neue Marmorplatte ausgetauscht werden. Die alte Frontplatte steht heute als Dauerleihgabe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Gallitzin-Museum. Direkt gegenüber der St.-Agatha-Kirche.

Die Restauration wird durch die Bezirksvertretung mit 2000 Euro mitfinanziert. Weitere 3250 Euro Zuschuss von der NRW-Stiftung dokumentieren den „übergeordnete Bedeutung“, so Plassmann, des Gallitzin-Grabmals. Es steht separat von der St.-Agatha-Kirche unter Denkmalschutz.

Zum November hin sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Grab wird vom Pfarrer neu eingesegnet.

Dann fühlt sich der Kirchplatz auch wieder vollständig an.

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