Wahl des Bezirksbürgermeisters
Klenner will trotzdem kandidieren

Münster-Südost -

Obwohl seine Chancen auf Wiederwahl zum Bezirksbürgermeister gleich Null sind, will Michael Klenner kandidieren. Und SPD-Kandidat Rolf Schönlau freut sich auf sein neues Amt.

Freitag, 13.06.2014, 12:06 Uhr

War nicht überrascht von der Entscheidung der Piratin Birgit Hemecker: Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner.
War nicht überrascht von der Entscheidung der Piratin Birgit Hemecker: Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner. Foto: beg

„Das war absehbar“, lautete der erste Kommentar von Bezirksbürgermeister Dr. Michael Klenner ( CDU ), nachdem er kurz zuvor von der Piratin Birgit Hemecker per Mail erfahren hatte, dass sie ihre Stimme bei der Wahl des neuen Bürgermeisters im Bezirk Münster-Südost dem SPD-Kandidaten Rolf Schönlau geben werde. Deshalb war seine Enttäuschung wohl auch nicht so groß. Und obwohl seine Aussichten die Bürgermeisterwahl am 3. Juli für sich entscheiden zukönnen, nach Null tendieren, hat sich Klenner entschieden, auf jeden Fall zu kandidieren.

Dass sich Birgit Hemecker bereits drei Wochen vor der Wahl festgelegt hat, empfindet Klenner als „fair“. „Sie hätte auch noch viel länger taktieren können“, sagte er mit Blick auf die Sondierungsgespräche, die Hemecker mit den Parteien geführt habe. Da sei kein Groll. Und: „Demokratie lebt vom Wandel.“

Ein Wandel, der nun SPD-Kandidat Rolf Schönlau in das Amt des Bezirksbürgermeisters bringen wird. Er meinte gestern zwar, die Wahl seit noch nicht gelaufen. „Aber es sieht so aus, dass sie zu meinen Gunsten ausgehen könnte“, meinte er betont zurückhaltend. Und er sei optimistisch, freue sich auf das Amt. Im Rückblick auf die Gespräche mit Birgit Hemecker habe er schon den Eindruck gewonnen, dass es klappen könnte, da die Schnittmenge an sachlichen Themen bei den Grünen, den Piraten und seiner Partei doch relativ groß gewesen sei. „Wir streben ja keine Koalition an“, betonte er.

Aber schon im Hinblick auf seine guten Aussichten bei der Bezirksbürgermeisterwahl, hatte er für die künftige Legislaturperiode auf seine Funktion als SPD-Fraktionsvorsitzender verzichtet. „Diese beiden Positionen vertragen sich nicht. Als Leiter der Bezirksvertretungssitzungen muss man auch einmal eine ausgleichende Rolle übernehmen.“

Seine Nachfolge als SPD-Fraktionsvorsitzender hat Kurt Pölling angetreten. Er kann sich bei der neuen Parteienkonstellation zum Beispiel vorstellen, dass der zweite Stellvertreter im Bürgermeisteramt zukünftig von den Grünen gestellt wird. Doch trotz aller parteipolitischen Veränderungen wies Pölling gestern noch einmal mit Nachdruck daraufhin, dass die fraktionsübergreifenden Übereinstimmungen, die es in vielen Fragen gebe, doch weiter Bestand haben werden.

Diesen häufigen Konsens hat auch der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Ruwe im Blick. „Der politische Wille dazu ist da“, erklärte er gestern. Er zeigte sich im Gegensatz zu Klenner überrascht von Hemeckers Entscheidung, vor allem aber wohl von ihrem gewählten Zeitpunkt. „Wir hatten vor der Ratssitzung am Donnerstagabend noch einen Gesprächstermin vereinbart. Da finde ich ihren Stil doch enttäuschend“, sagte er.

Für Willi Schriek, einziger FDP-Vertreter in der Bezirksvertretung, steht nach den Sondierungsgesprächen, die er sowohl mit der CDU als auch mit der SPD und den Grünen geführt hat, fest dass es zwar keine feste Koalition mit der CDU geben werde, aber dass Klenner, wenn er sich denn wirklich zur Wahl stelle, seine Stimme bekäme.

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