Schulreform mit Auswirkungen
Erlass mit revolutionärem Flair

Münster-Angelmodde -

Dr. Ulrich Töns stellte Schulordnung des Fürstbistums Münster von 1801 vor, die die Fürstin Gallitzin nach Angelmodde ziehen ließ.

Freitag, 27.06.2014, 07:06 Uhr

Dr. Ulrich Töns 
Dr. Ulrich Töns  Foto: anh

Soll er die Schulordnung aus dem Jahre „revolutionär“ nennen? Dr. Ulrich Töns tat es am Mittwochabend im Gallitzin-Haus in seinem Vortrag über die Schulordnung des Fürstbistums Münster , die 1801 unter Generalvikar Franz Freiherr von Fürstenberg erlassen worden war.

Töns, früher Leiter des Overberg-Kollegs in Münster, gab zunächst „ein kostbares Stück Angelmodder Heimatgeschichte“ zurück an die Heimatfreunde Angelmodde . 33 Seiten eines fürstbischöflichen Erlasses, damals übermittelt an den „Bauermeister Hoffschulte“, also den Bürgermeister. Es war die „Verordnung für die deutschen und Trivialschulen des Hochstifts Münster“, datiert vom September 1801 und damit eines der letzten Dokumente vor Übernahme der Regierung durch die Preußen. Es sei, so Töns, „ganz wichtig für das gesamte Fürstbistum Münster und wirkt bis heute“. Bernhard Overberg , damals eine Art Kultusminister, konzentrierte sich ganz auf diese Aufgabe. Sie zielte schließlich auch auf die Volksbildung, nachdem sie das Bistum zunächst um Universität und Priesterseminar gekümmert und so die damaligen „oberen Bildungsränge abgedeckt“ hatte. Schulpflicht sollte gelten, „für Jungs und Mädchen“ bis zum Alter von 14 Jahren, Schulen ausgebaut und neue errichtet werden, Lehrer qualifiziert und geprüft. Overberg habe alles durchorganisiert. Und brachte einen anderen Geist ein, inspiriert von vielen, auch von Rousseau und Pestalozzi: großer Respekt vor den Kindern, Wissen fragend entwickeln, Abstraktes konkret machen.

Für das kleine Angelmodde hatte das Unterfangen besondere und bis heute reichende Bedeutung. Die Neuordnung des Schulwesens im Fürstbistum Münster war für eine besondere Adlige Grund genug für einen Umzug von Den Haag nach Münster. Die Fürstin Amalia von Gallitzin wollte ihren beiden Kindern eine gute Schulbildung angedeihen lassen und zog Angelmodde der Schweiz vor.

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