Viele Stilarten vereint
Von Tortenbergen und Fischerbooten

MüNster-Angelmodde -

Die Ausstellung „Kontraste“ wird am Sonntag im Kunsthaus Angelmodde eröffnet

Donnerstag, 17.07.2014, 00:07 Uhr

Für die Ausstellung „Kontraste“ werben (v.l.) Galeristin und Künstlerin Jenny Canales und ihre Künstlerkollegen Wolfgang Benecken, Christoph Woloszyn und Kastulus A. Wolf.
Für die Ausstellung „Kontraste“ werben (v.l.) Galeristin und Künstlerin Jenny Canales und ihre Künstlerkollegen Wolfgang Benecken, Christoph Woloszyn und Kastulus A. Wolf. Foto: pesa

Wie auf einem aufgeschichteten Torten-Berg ragt das kleine Bergdörfchen idyllisch in die Höhe. Die bunten Fischerboote am Strand liegen niedlich verstreut wie süße Verzierungen auf einem Kuchen, der Himmel leuchtet wie azurblaues Marzipan. Die Acrylbilder von Wolfgang Benecken besitzen eine ganz besondere Ästhetik.

Feine Torten und süße Pralinen prägten rund 50 Jahre lang das Leben des Konditors. Form, Geschmack und Tortenhebung inspirierten ihn vor sieben Jahren zum Malen. „Ich finde, das der Genuss einer Praline oder schöner Torten ähnliche Gefühle auslöst, wie das Betrachten eines schönen Bildes.“ Davon können sich die Kunstfreunde nun bis zum 10. September im Kunsthaus Angelmodde selbst überzeugen. Benecken gehört zu einer internationalen Künstlergruppe, die unter dem programmatischen Titel „Kontraste“ ausdrucksstarke Werke zeigt, die Kopf, Herz und Seele gleichermaßen ansprechen.

Die Galeristin Jenny Canales leitet die Ausstellung. Die Chilenin steuert selbst Acrylbilder bei, die mit raffinierter Farben- und Formensprache vielfältige Kommunikationen, Emotionen und Beziehungen zwischen Menschen symbolisieren. Der gebürtige Pole Christoph Woloszyn malt mit „digitalem Pinsel“. Er fotografiert Menschen, Steine, Bäume und Pflanzen und komponiert diese stundenlang am Rechner zur faszinierenden, experimentellen „Körper-Strukturen“. Woloszyn setzt nicht nur auf knisternde Erotik, sondern verschmilzt die Ästhetik der menschlichen Körper mit der Schönheit der Natur zu einer ganz eigenen Bildersprache mit surrealistischen Anklängen. Diese erlaubt auch einen kritischen Blick auf den Umgang der Menschen mit „Mutter Natur“ und im Umkehrschluss auch irgendwie mit sich selbst.

Die peruanische Kosmologie einer dynamischen Einheit zwischen Mensch und Natur findet sich in der Bronzeskulptur „Pacha Papa“ des Schermbecker Künstlers Kastulus A. Wolf. Besonders meisterlich: eine 38 Zentimeter hohe Figur, bei er das Filigrane in die maximale Länge dehnt. Kritisch sind vier Bronze-Karikaturen auf Bischof Tebartz, dargestellt als Hausgeist und Türwächter im Geiste gotischer Dombaukunst.

Die Ausstellung „Kontraste“ wird am Sonntag (20. Juli) um 11 Uhr mit Lyrik von Michael Starcke und einer Einführung des Museumspädagogen Franz Bruns eröffnet.

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