Marianne Kuchenbuch aus Angelmodde kritisiert den Nahverkehr und darf auf Abhilfe hoffen.
Neue Buslinie, fiese Haltestelle

MÜNSTER-ANGELMODDE -

Nach Wolbeck fährt für sie kein direkter Bus und die Haltestelle um die Ecke ist eine Zumutung.

Mittwoch, 07.10.2015, 23:10 Uhr

„Abzweig Hiltrup“ heißt diese nicht eben prächtig ausgestattete Haltestelle auf dem Osttor. Marianne Kuchenbuch (kleines Bild) findet es hier gefährlich und wünscht sich zudem eine Buslinie zwischen Hiltrup und Wolbeck.
„Abzweig Hiltrup“ heißt diese nicht eben prächtig ausgestattete Haltestelle auf dem Osttor. Marianne Kuchenbuch (kleines Bild) findet es hier gefährlich und wünscht sich zudem eine Buslinie zwischen Hiltrup und Wolbeck. Foto: jans

Marianne Kuchenbuch ärgert sich. Die 82-Jährige wohnt in der Peter-Büscher-Straße und jeder Besuch bei ihren Kindern in Wolbeck gerät mit dem Bus zur unfreiwilligen Rundfahrt durch Münster-Südost, umsteigen inbegriffen. Gab es nicht mal die Idee, einer Busverbindung zwischen Hiltrup und Wolbeck?

In ihrem gemütlichen Wohnzimmer erinnert sich Marianne Kuchenbuch jedenfalls gut an diese Überlegungen. Was ist eigentlich daraus geworden? Stadtwerke-Sprecher Florian Adler weiß es: Im neuen Nahverkehrsplan sei eine Buslinie zwischen Hiltrup und Wolbeck vorgesehen, betont er. Allerdings: „Das ist im Moment noch im Entwurfsstadium.“ Augenblicklich werde die Verbindung bei Bedarf durch die Taxibuslinie T 9 bedient. Künftig solle es einen fahrplanmäßigen Busverkehr mit einem kleineren Busmodell geben, so Adler. Aber auch dieser Bus werde „niederflurig“ und somit zum Beispiel auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein.

Erst im Dezember oder im Januar könnte jedoch begonnen werden, den Nahverkehrsplan umzusetzen, schätzt Ralf Renkhoff, Verkehrsentwicklungsplaner im Stadtplanungsamt. So lange werde der Plan noch in den politischen Gremien beraten. Bis dahin wird sich Marianne Kuchenbuch wohl oder übel in Geduld üben müssen.

Aber es ist nicht nur die fehlende Busverbindung zwischen Hiltrup und Wolbeck, die die Seniorin in Rage bringt. Auch die Haltestelle „Abzweig Hiltrup“ am Osttor in Fahrtrichtung Hiltrup macht sie ziemlich wütend. „Das ist gefährlich!“, findet sie.

In der Tat ist die Haltestelle nicht eben komfortabel ausgestattet. Schild, Fahrplan – das war´s schon. Es gibt kein Wartehäuschen, der Wartebereich direkt neben der viel – sowie zügig – befahrenen Straße ist brüchig asphaltiert und uneben. Erhöhte Bordsteinkanten, die den Ein- und Ausstieg in den Bus erleichtern, gibt es nicht. Senioren mit Rollatoren stehen hier ebenso buchstäblich im Regen wie jene Schüler, die nach den Ferien wieder direkt neben der Fahrbahn auf ihren Bus warten, um zum Hiltruper Schulzentrum zu gelangen. Immerhin: Verkehrsplaner Renkhoff weiß von Gesprächen die seine Behörde mit dem Landesbetrieb Straßenbau wegen der Haltestelle führt.

Der „Abzweig Hiltrup“ liegt nämlich just außerhalb jenes Bereichs, für den die Stadt zuständig ist. Inzwischen ist auch die Politik auf das Problem aufmerksam geworden. Bereits vor einigen Wochen kündigten Hiltruper Bezirksvertreter eine Kontaktaufnahme mit ihren Kollegen aus der Bezirksvertretung (BV) Südost an, um über das Problem „Abzweig Hiltrup“ zu sprechen. Die Haltestelle liegt nämlich ebenfalls im Grenzbereich der beiden Stadtbezirke. Auch für den Arbeitskreis „Verkehr“ der BV Südost, der sich mit Verkehrsproblemen vor Ort auseinandersetzen soll, wäre die Situation am „Abzweig“ wohl ein Thema.

Es könnte also sein, dass sich an Marianne Kuchenbuchs „Kritikpunkten zum Busverkehr bald durchaus etwas verbessert.

Sie hat allerdings noch viele weitere Mängel im Auge, die insbesondere ihr Umfeld in Angelmodde betreffen. Ihr fehlen hier die Treffpunkte und ganz besonders die einst vorhandenen guten Einkaufsmöglichkeiten. „Das war hier mal ein ganz tolles Stückchen Erde“, seufzt Marianne Kuchenbuch.

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