Großes ehrenamtliches Engagement belohnt
Kultur liegt ihm am Herzen

Münster-Angelmodde -

Georg Graf von Zech erhielt Bundesverdienstkreuz und freut sich, dass sein Engagement für die Kulturgüter in Sachsen-Anhalt bereits Früchte trägt.

Samstag, 19.12.2015, 10:12 Uhr

Fühlt sich wohl in Angelmodde und natürlich auch zwischen seinen Büchern: Georg Graf von Zech .
Fühlt sich wohl in Angelmodde und natürlich auch zwischen seinen Büchern: Georg Graf von Zech . Foto: na

Mit seinem Namen ist das keine so einfache Sache. Auch bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Donnerstag in Magdeburg sorgte der Name für leichte Verwirrung. „Das bin ich gewohnt“, sagt der Angelmodder Georg Graf von Zech, dessen voller Name „Georg Wulff von Zech, sonst von Burkersroda genannt“ lautet. Durch eine Adoption war Anfang des 19. Jahrhunderts dieser Name in dem Adelsgeschlecht Zech entstanden.

Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Domherr und Dechant der Vereinigten Domstifter Merseburg und Naumburg und des Kollegialstiftes Zeitz hatte Graf von Zech von Sachen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff die Auszeichnung überreicht bekommen. Zehn Jahre, von 2002 bis 2012, hatte er „sein ganzes Leben“, wie er schmunzelnd sagt, in den Dienst der Pflege der Kulturgüter in der Region zwischen Saale und Unstrut gestellt, hatte in Naumburg sogar eine Dienstwohnung. Und er ist nicht wenig stolz, dass er ein gutes Stück dazu beitragen konnte, dass die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut auf einem guten Weg ist, zum Weltkulturerbe erklärt zu werden.

Graf von Zech, dessen Familie in diesem Bereich Sachsen Anhalt einige Besitzungen hatte, war mit seinem Engagement praktisch zu den Wurzeln seiner Kindheit zurückgekehrt. Viele Erinnerungen hat er nicht daran, war er doch erst sieben Jahre alt, als 1945 durch die Bodenreform auch der Familiensitz Schloss Goseck enteignet wurde. „Meine Mutter floh mit meinen beiden Geschwistern und mir nach Oberfranken, mein Vater kam ins Zuchthaus und starb wenig später“, erinnert sich der 77-Jährige an die Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

In Köln studierte er Maschinenbau und Betriebswirtschaft, lebte, studierte und arbeitete drei Jahre mit Unterstützung eines Stipendiums in Amerika. „Beinahe hätten sie mir aufgrund meines viel offiziellen, aber viel zu langen Namens die Einreise verweigert“, fällt ihm spontan ein, als er an die Zeit in Amerika zurückdenkt, die seine berufliche Karriere sehr beeinflusste. Er baute die Kontakte zu einem Unternehmen, das sich auf den Bau von Baumaschinen spezialisiert hatte, weiter aus, wurde zunächst Angestellter, baute dann ein Tochterunternehmen in Everswinkel auf, was einen Umzug ins Westfälische mit sich brachte. Seit 1978 wohnt er mit seiner Ehefrau Gudrun Gräfin von Zech, die den großen Garten liebt, in Angelmodde. Und fühlt sich sehr wohl. Auch nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße, die seit einem Jahr nicht unweit vom Haus am Twenhövenweg verläuft. „Ich gehörte auch zu den Gegnern der Straße“, berichtet er. Erfreulicherweise stelle sich aber nun letztendlich die Lärmbelästigung als nicht so schlimm wie erwartet dar.

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