WLE-Bahn
Planungen auf konkreter Schiene

Münster-Südost -

Die Planungen für die Reaktivierung der WLE-Strecke zwischen Sendenhorst und Münster wurden den Bezirksvertretern von Münster-Südost jetzt vorgestellt.

Donnerstag, 21.01.2016, 11:01 Uhr

Kommt es zu einer Reaktivierung der WLE-Bahn, dann werden auch in Angelmodde-Dorf (oben) und in Wolbeck neue Haltestellen eingerichtet.
Kommt es zu einer Reaktivierung der WLE-Bahn, dann werden auch in Angelmodde-Dorf (oben) und in Wolbeck neue Haltestellen eingerichtet. Foto: na

Die Planungen zur Reaktivierung der 22 Kilometer langen WLE-Bahnstrecke zwischen Sendenhorst und Münster haben ganz konkrete Formen angenommen. Davon konnten sich die Bezirksvertreter auf ihrer Sitzung überzeugen, als der detaillierte Entwurf mit einem Kostenvolumen von 39,8 Millionen Euro präsentiert wurde.

Eine komplette Erneuerung der Gleisanlagen, der Neubau von sieben Haltepunkten (darunter Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf) sowie eine Erneuerung und Sicherung der Bahnübergänge sind vorgesehen. Von den bislang bestehenden 52 Bahnübergangen werden 23 geschlossen. „Die Erreichbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen soll aber weiter gewährleistet bleiben“, erklärte David Mehlich vom Gutachterbüro Schüßler. Deshalb sind parallel zu den Gleisen neue Wege geplant. Dreimal in der Stunde werden Züge zwischen Sendenhorst und der Halle Münsterland auf der WLE-Strecke unterwegs sein. „Neun Minuten wird man beispielsweise von Gremmendorf nach Münster brauchen“, brachte Mehlich einen nicht unwichtigen Zeitfaktor ins Spiel.

Ob und wann der erste Zug auf einer der sieben Haltestellen einlaufen kann, hängt nun davon ab, ob das Land in seiner Bedarfsplanung für 2017 das Projekt als förderwürdig einstuft und die erhofften Gelder fließen können. Eingereicht ist der Entwurf. „Wie lange es nun dauern wird, bis beim Land die Berechnungen stattgefunden haben, kann man schwer sagen“, will Michael Milde, Abteilungsleiter Verkehrsplanung bei der Stadt, sich nicht festlegen,, wie der weitere zeitliche Ablauf bei einem Projekt nun aussehen könnte, das mittlerweile schon gut 15 Jahre in Bearbeitung sei, wie Milde bestätigte.

Nun war das Projekt bei den Bezirksvertretern nicht auf uneingeschränkte Gegenliebe gestoßen. Die Befürchtung, dass der Linienbusverkehr als Konsequenzeingeschränkt werden könnte, wurde immer wieder laut und auch am Dienstagabend von Willi Schriek (FDP) wieder vorgebracht. „Insbesondere die Linie 8 muss in ihrer Form bestehen bleiben“, so Schriek. Insbesondere der Erhalt der Anbindung der Siedlungsgebiete sei wichtig, betonte am Dienstagabend CDU Ratsherr Andreas Nicklas.

Es werde keinen Kahlschlag geben, versprach Milde. „Ihre Bedenken und Ängste sind bei uns angekommen.“ Es gelte auf jeden Fall noch, die Standorte der Haltestellen abzusprechen. „Und die werden auch die Siedlungsgebiete anbinden“, so Milde. Als eine Chance, die Verkehrsmittel zu ergänzen, sieht CDU-Bezirksvertreter Michael Klenner in der Reaktivierung der Eisenbahnstrecke. „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass wir auch auf einer anderen Schiene fahren können“, meinte er. Nicht zuletzt auch mit Blick auf die zeitweise sehr überfüllten Busse, begrüßte Piratin Birgit Hemecker das Projekt. Die Bahn sei keine Konkurrenz, sondern eine Entlastung für den Busverkehr.

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