Neue Bürgerinitiative ist gegen die Wiederbelebung der WLE-Strecke
Südost fürchtet den Zug-Zwang

Münster-Südost -

Eine neue Bürgerinitiative will die Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) zwischen Münster und Sendenhorst endgültig auf das Abstellgleis stellen. In der Gaststätte Strandhof in Angelmodde trafen sich die Gegner der WLE-Reaktivierung erstmals öffentlich

Mittwoch, 27.07.2016, 08:07 Uhr

Die WLE-Trasse bei Gremmendorf: Bei einer Reaktivierung des Personennahverkehrs würden Haltepunkte an der Loddenheide, der Halle Münsterland, in Gremmendorf, Angelmodde, Wolbeck sowie in Albersloh und Sendenhorst eingerichtet.
Die WLE-Trasse bei Gremmendorf: Bei einer Reaktivierung des Personennahverkehrs würden Haltepunkte an der Loddenheide, der Halle Münsterland, in Gremmendorf, Angelmodde, Wolbeck sowie in Albersloh und Sendenhorst eingerichtet. Foto: mlü

Im Gespräch mit rund 70 Bürgern wurde knapp zweieinhalb Stunden über das Für und Wider debattiert.

►  Buslinien: Umstritten sind die Folgen für den Busverkehr. Nach aktuellem Planungsstand geht die Reaktivierung mit der Einstellung der Buslinie 8 einher. Droht ein regelrechter Zwang zum Zug? „Dann hätten wir im Südosten nur noch fünf Bahnhaltepunkte statt 27 Bushaltestellen“, kritisiert der Wolbecker Michael Eßer, einer der Initiatoren der Protestbewegung. Taxi-Busse seien kein adäquater Ersatz für eine vollwertige Buslinie.

Podiumsdiskussion

Am 2. September um 20 Uhr ist in der Gaststätte Strandhof eine Podiumsdiskussion geplant.

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Politiker aus Münster und Albersloh hatten sich unter das Publikum gemischt – Hans-Joachim Stratmann von der CDU Gremmendorf bezog Stellung: „Ich finde es gut, dass alles auf den Prüfstand kommt. Wir sind im Grundsatz für die Reaktivierung, was aber nicht geht, ist die Streichung der Linie 8. Taxi-Busse werden nur selten genutzt. Da muss ein besseres Konzept her.“

►  Kosten und Nutzen: Das Millionenprojekt wird nur gebaut, wenn sich Kosten und Nutzen mindestens die Waage halten. Besonders die FDP , die sich mit der Bürgerinitiative solidarisiert, glaubt nicht, dass bereits alle negativen Faktoren eingerechnet wurden. „Wir haben vor 14 Tagen eine kleine Anfrage an den Landtag gestellt“, berichtet der FDP-Politiker Wolfgang Klein .

►  Mehrheiten: Der Rat der Stadt Münster sowie der Stadtrat Sendenhorst haben für die Reaktivierung gestimmt. Es sind an diesem Abend viele Anlieger, die als Betroffene des Ausbaus Argumente gegen die WLE sammeln – die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen allerdings nicht auf ihre Nachbarschaft zu Trasse reduziert werden. Die FDP dreht die Perspektive um: „Würde man stadtweit abstimmen, gäbe es eine große Mehrheit für die WLE, aber nur wir vor Ort können erkennen, dass die Nachteile augenfällig sind“, so Klein.

►  Wo steht das Projekt? Eine Entscheidung über das Projekt wird nicht vor 2017 erwartet. Ein Planfeststellungsverfahren hat noch nicht begonnen.

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