Evangelische Kirche feiert Themengottesdienst nur mit Laien
Gottesdienst ohne Pfarrer

Münster-Wolbeck -

Ein Gottesdienst ganz ohne Geistlichen, ohne Pfarrerin oder Pfarrer, auch das ist solch ein Themengottesdienst. Am Sonntag ging es im Themengottesdienst in der Christuskirche in Wolbeck mit drei Dutzend Teilnehmern um „Frauen in der Reformation“.

Montag, 23.01.2017, 00:01 Uhr

Themengottesdienst über und mit Frauen, aber ohne Pfarrer oder Pfarrerin.
Themengottesdienst über und mit Frauen, aber ohne Pfarrer oder Pfarrerin. Foto: anh

Im Grunde sind es Laien, die solche einen Themengottesdienst vorbereiten und leiten. Zum Team gehören Elisabeth Strohbücker, Andrea Lammerding, Renate Köbbert und Susanne Walter-Fritzen, ausgebildete Laien-Predigerin, sowie Herbert Ulonska , ehemaliger Pfarrer und emeritierter Professor, früher tätig am Neutestamentliches Seminar der Universität Münster .

Je drei Frauen stellen sie reihum in persönlichen Porträts vor, angefangen mit Katharina von Bora , der Frau Luthers, und zwei zeitgenössische Frauen, die in der reformatorischen Traditionslinie stünden, Dorothee Sölle und Margot Käßmann. Den Rahmen bilden Lieder und ein Gebet, den Schluss macht Ulonska: Wie könne man heute als Protestant leben?

Von Bora sei nicht zuletzt für die Eigenständigkeit der Frau eingetreten. Agula von Grumbach, Tochter aus dem Hochadel, entwickelte sich zur exzellenten Kennerin der Bibel, setzte sich für die reformatorische Linie ein und stieß auf viel Widerspruch, auch wegen des Einsatzes für einen Theologiestudenten, der sich der Reformation anschloss. Ihre Briefe wurden tausendfach unter der Hand verteilt. Auch schrieb sie an die Fürsten anlässlich des Reichstags in Nürnberg. Und sie stellte klar: „Ich bin im Namen Christi getauft – ihn bekenne ich und nicht Luther“.

Wehren musste sich auch Elisabeth von Rochlitz. „Die Bestimmung über ihre Person hat sie am eigenen Leib erfahren“. Sie war eine gebildete Frau, widersetzte sich der Willkür von Männern gegen Frauen, unterstützte die Reformation – respektierte jedoch andere Bekenntnisse in ihrem Einflussbereich und ließ Klöster unangetastet. Als Vertreterin des mit der Reformation nicht konform gehenden Pietismus wurde eine von dessen radikalen Führungsgestalten vorgestellt, Johanna Eleonora Petersen. Die Frau aus niederem Adel organisierte eigene „Erbauungsversammlungen“ als in anderen die Frauen kein Rederecht bekamen. Pietisten sahen die lebendige, praktizierte Frömmigkeit als besonders wichtig an. Auch der lange Weg der Frau zum Recht auf Zugang zum Pfarreramt wurde skizziert.

Am 29. Januar findet in der Gnadenkirche in Albersloh ein Gottesdienst in Kooperation mit der Friedenskirche und ihrem Chor statt. Es folgt ein ökumenischer Mini-Gottesdienst in der St.- Nikolaus-Kirche.

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