Eine bemalte Glasscheibe und ein Ehrenbecher aus rotem Glas kamen abhanden
Heimatverein auf Schatzsuche

Münster-Wolbeck -

„Immer wieder einmal blättere ich in den alten Unterlagen des Heimatvereins und stoße dabei auf allerlei Interessantes“, erklärt berichtet Bernhard Karrengarn, Vorsitzender des Heimatvereins.

Dienstag, 16.01.2018, 00:01 Uhr

Das Naturhorn des Schweinehirten hält Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (r.) in der Hand. Sein Stellvertreter Alfons Gernholt präsentiert ein Nachtwächterhorn.
Das Naturhorn des Schweinehirten hält Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (r.) in der Hand. Sein Stellvertreter Alfons Gernholt präsentiert ein Nachtwächterhorn.

„Immer wieder einmal blättere ich in den alten Unterlagen des Heimatvereins und stoße dabei auf allerlei Interessantes“, erklärt berichtet Bernhard Karrengarn. Diesmal ist dem Vorsitzenden des Heimatvereins Wolbeck eine ganz besonders spannende Begebenheit in die Hände gefallen: Im Jahr 1954 nämlich, so hat er herausgefunden, wurde dem Heimatverein eine Reihe historisch bedeutsamer Gegenstände geschenkt. Einige davon kamen offenbar im Laufe der Jahre abhanden. Nun hofft der Heimatverein, dass jemand beim Auffinden der dinge behilflich sein kann: „Es handelt sich um eine verzierte Glasscheibe und einen Ehrenbecher aus rotem Glas“, so Karrengarn.

Der Vereinsvorsitzende hatte sich frühe Aufzeichnungen des Heimatvereins angesehen. „Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hubert Lasthaus bis 1952 Vereinsvorsitzender“, berichtet Karrengarn, der in den Unterlagen „Splitter aus der Geschichte“ sammelt, die er dann bei den Sitzungen des Heimatvereins vorträgt. „Interessant sind zum Beispiel die Beschreibungen alter Kinderspiele“, erläutert er. Auch handgeschriebene Gedichte des ZiBoMo-Gründers Pewo habe er schon in den Händen gehalten.

Unter anderem war Karrengarn nun auf einen Zeitungsartikel mit dem Titel „Hirtenhorn und Ehrenbecher“ gestoßen. Dieser handelte davon, dass dem Verein anlässlich eines Heimatabends im Jahre 1954 von Dr. August Middeler eine großzügige Spende gemacht wurde. „August Middeler war Nachfahre des Wolbecker Amtmanns Middeler, der früher auf fürstbischöflichen Amt gesessen haben muss“, so Karrengarn.

Middeler habe dem Heimatverein unter anderem „eine fein gemalte Glasscheibe aus einem Fenster des alten Pastorats mit allegorischen Darstellungen, einer Inschrift und der Jahreszahl 1723“ als Geschenk übergeben, berichtet der Zeitungsartikel. Darüber hinaus „eine Lanzenspitze von 1742 und einen Hirschfänger, wie ihn früher die fürstbischöflichen Jäger benutzten“. Ferner waren unter den Geschenken ein Säbel aus der Ausrüstung des Brückenwärters, ein kupfernes Nachtwächterhorn und ein Hirtenhorn des Stadthirten. „Damit hat der Schweinehirte auf sich aufmerksam gemacht, wenn er die Tiere morgens bei den Wolbeckern einsammelte, um sie zur Eichelmast in den Wald zu führen“, erläutert Karrengarn. Schließlich war unter den Gegenständen noch ein „Ehrenbecher aus dunkelrotem Edelglas“ beschrieben, aus dem „den Königen der Achatii- und Nikolaibruderschaft in den Jahren 1874 bis 1923 vor dem Drostenhof der Ehrentrunk gereicht wurde“. Die Geschenke sollten der „Grundstock zu einer heimatlichen Sammlung werden, die einstmals in einer Heimatstube Unterkunft finden soll“, heißt es in dem Zeitungsartikel.

Alle beschriebenen Gegenstände wurden vom Heimatverein gut verwahrt, nur der Ehrenbecher und die bemalte Glasscheibe seien irgendwann spurlos verschwunden. Die „Heimatstube“ sei bisher ein Traum geblieben, erläutert Karrengarn. Doch nun möchte der Heimatverein das Angebot annehmen, im ZiBoMo-Museum eine Vitrine und eine Wandfläche zur Wolbecker Geschichte und Kultur zu gestalten, unter anderem auch mit den oben erwähnten Geschenken.

„Schön wäre, wenn die beiden vermissten Gegenstände ebenfalls mit ausgestellt werden könnten“, so Karrengarn. Der Verein hofft nun, über diese Zeitungsinformation den verlorenen Schätzen auf die Spur zu kommen. Der ZiBoMo sei man sehr dankbar für die Möglichkeit, in ihrem Museum auszustellen. „Früher hatten wir darauf gehofft, dass es eines Tages ein Gemeindezentrum geben würde, in dem alle Vereine Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen fänden“, erklärt Karrengarn. Doch inzwischen sei man zufrieden mit dem Platz, den das ZiBoMo-Museum biete.

Der Heimatverein bittet alle, die etwas über den Verbleib von Glasscheibe und Ehrenbecher sagen könnten, um Rückmeldung bei Bernhard Karrengarn, ✆ 0 25 06/ 2692. Die übrigen Gegenstände werden noch genauer beschrieben, sind jedoch jetzt schon im ZiBoMo-Museum zu sehen (Öffnungszeiten nach Absprache mit Wilbernd Jäger, ✆0 2506/ 3077 34 oder Walter Laumann ✆ 025 06/ 25 56).

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