Altes Einfamilienhaus abgerissen
Die Lage, die Lage, die Lage

Münster-Angelmodde -

An der Theodor-Heuss-Straße stehen vier neue Reihenhäuser kurz vor der Fertigstellung und sind alle verkauft.

Freitag, 07.09.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 07.09.2018, 07:00 Uhr
Die Auflage vom Tiefbauamt, eine neue Kanalisation zu verlegen, kam für Bauleiter Andreas Reifschneider (l.) und Projektleiter Walter Weber nicht überraschend.
Die Auflage vom Tiefbauamt, eine neue Kanalisation zu verlegen, kam für Bauleiter Andreas Reifschneider (l.) und Projektleiter Walter Weber nicht überraschend. Foto: na

Die Lage, die Lage und noch mal die Lage – ein Faktor, der im Immobiliengeschäft absolute Priorität genießt, wenn es darum geht, nicht nur den Wert einer Immobilie zu ermitteln, sondern auch deren Chance auf eine gute Vermarktung.

So gehörten schon viele grundsätzliche Überlegungen im Vorfeld dazu, ehe sich die Alpha-Projektgesellschaft entschloss, an der Theodor-Heuss Straße vier neue Reihenhäuser auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück zu bauen, auf dem bis dato ein Einfamilienhaus stand.

„Die Lage bekam dann auch bei unserer Bewertung der Immobilie ein deutliches Minus“, erklärt Projektleiter Walter Weber , der natürlich darüber informiert war, dass sein Bauvorhaben in direkter Nachbarschaft vom Gebiet der ehemaligen Osthuesheide liegt, das nach wie vor wie im Ruf eines sozialen Brennpunkt steht, obwohl in den vergangenen Jahren erheblich in Renovierungen und Sanierungen in dieser Wohngegend investiert wurde und einige Straßen sogar umbenannt wurden.

Erschwerend sei zudem noch dazugekommen, dass es für dieses Grundstück keinen Bebauungsplan gebe, ergänzt Weber.

Trotzdem entschloss man sich zum Kauf. „Das hatte dann zur Konsequenz, dass wir mit dem Tiefbauamt, dem Grünflächenamt und dem Bauordnungsamt zahlreiche Abstimmungsgespräche führen mussten“, berichtet Weber. Auf keinen Fall beschädigt oder gar gefällt werden dürften die unter Denkmalschutz stehenden alten Bäume, die den reizvollen Alleencharakter der Straße ausmachten, kam als Auflage vom Grünflächenamt. „Das bedeutete, dass wir sowohl beim Abriss des alten Hauses als auch beim Bauen keinen Kran einsetzen konnten“, berichtet der Projektleiter, der dieses nicht einfache Problem aber durch einige Alternativen lösen konnte. In die Pflicht genommen wurden die Bauherren auch für die Erneuerung der kompletten Kanalisation, die völlig verwurzelt war, aber was durchaus zu erwarten gewesen sei.

„Schwieriger wurde es dann, als wir entscheiden mussten, wie wir bauen wollen“, so Weber. Exklusiv sei von vornherein ausgeschlossen gewesen. Allerdings: Mit einer Größe von 150 bis 165 Quadratmetern entspricht die Größe der Wohnungen doch schon etwas gehobenen Ansprüchen. „Wir mussten uns entscheiden, ob wir Villeroy-und-Boch bauen wollen oder mehr Wert auf einen energetisch hohen Standard legen“, erklärt der Projektleiter. Am Ende kalkulierte man mit einem Verkaufspreis zwischen 390 000 bis 400 000 Euro

Der Entschluss, mit der Vermarktung zu beginnen, als das alte Haus noch stand, wie es in der Branche durchaus üblich ist, endete für die Baufirma mit einem „Schlag ins Gesicht“. „Auf die Inserate haben rund 40 Leute mit dem Wunsch nach Zusendung einer Expertise reagiert“, berichtet Weber. Aus dieser ging anders als aus den Anzeigen, die genaue Lage der neuen Reihenhäuser hervor. „Von den 40 Interessenten hat nur einer nach einem Termin gefragt“, sagt Weber und sieht darin bestätigt, dass eine „Minuslage“ doch erhebliche Auswirkungen hat.

Mit einem informativen Bauschild hoffte man, die Situation zu ändern – mit schnellem Erfolg. „Alle vier Reihenhäuser sind verkauft“, so Weber. „Junge Leute und junge Familien ziehen ein.“.

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