In Angelmodde startet am Donnerstag ein neues Frauencafé
„Die Mütter ins Boot holen“

Münster-angelmodde -

Die einen ziehen sich komplett in sich selbst zurück, werden still und schweigsam. Die anderen drehen auf, boxen den Banknachbarn und stören den Unterricht. Grundschulkinder können in den unterschiedlichsten Formen auffällig werden. „Meist stecken familiäre Probleme hinter solchen Verhaltensweisen“, weiß Alexandra Butterweck. Die junge Frau ist als Schulsozialarbeiterin bei der Annette-Grundschule tätig und hat bereits viel Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen gesammelt. Das jüngste Projekt, das sie nun angestoßen hat, ist ein Frauencafé, das am Donnerstag im Pfarrheim St. Bernhard startet. Denn soviel scheint ihr sicher: „Kinder erreicht man am besten über ihre Eltern.“ Meist seien die Mütter die Kontaktpersonen. Daher müsse man „die Mütter ins Boot holen“.

Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 05.10.2018, 18:04 Uhr
Bei einer Tasse Kaffee oder Tee können sich Besucherinnen des Frauencafés künftig im Pfarrheim St. Bernhard treffen. „Die Frauen sollen sich ungezwungen austauschen und informieren können“, erläutert Schulsozialarbeiterin Alexandra Butterweck. Gleichzeitig baue man so einen Kontakt zu den Müttern der Grundschulkinder auf.
Bei einer Tasse Kaffee oder Tee können sich Besucherinnen des Frauencafés künftig im Pfarrheim St. Bernhard treffen. „Die Frauen sollen sich ungezwungen austauschen und informieren können“, erläutert Schulsozialarbeiterin Alexandra Butterweck. Gleichzeitig baue man so einen Kontakt zu den Müttern der Grundschulkinder auf. Foto: isa

Die wöchentlichen Frauentreffen bei einer Tasse Kaffee oder Tee sollen vom 4. Oktober an donnerstags von 9 bis 11 Uhr im Gemeindezentrum der St.-Bernhard-Kirche an der Höfte­straße 26 stattfinden. „Alle Interessierten sind eingeladen“, so Butterweck . In den Schulferien findet das Café nicht statt.

Die Lasten, die Kinder bedrücken, könnten vielfach begründet sein, erläutert die Sozialarbeiterin, die mit einer halben Stelle auch an der Martinischule in der Innenstadt tätig ist. Beziehungsstress zwischen Vater und Mutter, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit, teilweise auch begründet durch Migrationsgeschichten, gehörten dazu.

„Es ist es ein großer Vorteil, wenn man die Gesichter der Eltern kennt“, so Butterweck. So könne man leichter auf sie zugehen und verschiedene Hilfen vermitteln. In diesem Sinn solle das Frauencafé auch dazu dienen, einen „guten Draht zu den Müttern“ herzustellen.

Das Frauencafé ist ein Kooperationsprojekt der Schulsozialarbeit der Annette-Grundschule in Angelmodde sowie Integrationsagentur der Caritas . Unterstützung kommt ferner vom Rotary Club Münster, der die Honorarkraft der Caritas spendet und von der St.-Nikolaus-Gemeinde Münster, die die Räumlichkeiten im St.-Bernhard-Pfarrheim stellt.

Alexandra Butterweck hat auch gute Erfahrungen mit anderen Frauengruppen gemacht. Diese Angebote hätten auch das Ziel, das Selbstbewusstsein der Teilnehmerinnen zu stärken. So kam auf ihre Initiative hin bereits ein Frauensprachkurs in Angelmodde zustande, der ebenfalls zusammen mit der Integrationsagentur der Caritas organisiert und von vielen Teilnehmerinnen frequentiert wurde.

„Vor allem Frauen mit Migrationsgeschichte kommen oft kaum aus dem Haus“, berichtet Butterweck. Organisierte Treffen im geschützten Raum böten da eine gute Möglichkeit, sich auszutauschen, Beziehungen zu anderen Frauen aufzubauen und Informationen weiterzugeben. Dazu arbeite man mit verschiedenen Organisationen zusammen.

„Wir freuen uns auf viele Besucherinnen“, erklärt Alexandra Butterweck. Geplant sei auch, künftig externe Referentinnen zum Frauencafé einzuladen. Diese sollten zu ganz verschiedenen Themen beraten wie etwa Schwangerschaft und Verhütung, Ausbildungs- und Jobsuche, Erziehungsfragen, Trennung und Scheidung.

Bei Interesse freue sie sich über Rückmeldungen von interessierten Kolleginnen, so Butterweck. Der Kontakt könne über das Amt für Schule und Weiterbildung der Stadt Münster hergestellt werden.

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