Pfiffig und mit flinker Feder
Spitzfindig das Leben karikieren

Münster-Angelmodde -

Gerade in Zeiten von Donald Trump, Fake News und fortschreitender Digitalisierung der Welt werden Karikaturen immer wichtiger – als gezeichnete Satiren, die der sich immer schneller drehenden Welt einen humorvollen wie zum Nachdenken anregenden Spiegel vorhalten. Einer, der dieses Handwerk besonders künstlerisch-kreativ, ironisch-sarkastisch und pointenreich beherrscht ist Arndt Zinkant. Der Münsteraner liebt seinen Beruf und das ist seinen Werken auch anzusehen, die vom 27. Januar bis 27. März in der neuen Ausstellung „Von Don Quijote zum Kiepenkerl“ im Kunsthaus Angelmodde gezeigt werden. Die Vernissage am 27. Januar beginnt um 11 Uhr.

Dienstag, 15.01.2019, 15:15 Uhr
Pablo Picasso und Salvador Dalí finden sich auch stilistisch auf manchen Karikaturen, Feder- und Aquarell- Zeichnungen des WN-Karikaturisten Arndt Zinkant, der ab 27. Januar (Vernissage um 11 Uhr) im Kunsthaus Angelmodde ausstellt.
Pablo Picasso und Salvador Dalí finden sich auch stilistisch auf manchen Karikaturen, Feder- und Aquarell- Zeichnungen des WN-Karikaturisten Arndt Zinkant, der ab 27. Januar (Vernissage um 11 Uhr) im Kunsthaus Angelmodde ausstellt. Foto: Peter Sauer

Woche für Woche kommentiert Arndt Zinkant das politische, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen Münsters mit seinen Karikaturen in den Westfälischen Nachrichten . Seit 18 Jahren. Zur „Volljährigkeit“ gibt es ab dem 27. Januar eine Werkschau mit 24 unterschiedlichen Arbeiten unter dem Titel „Von Don Quijote zum Kiepenkerl“.

Zinkant karikiert nach klaren Grundsätzen: „Ich versuche, Leute nicht persönlich zu beleidigen. Mir geht es stets um die Themen“, erläutert er seine Motivation, die ihn antreibt, „um Situationskomik und Wortwitz.“ Tabus gibt es für ihn nicht, weil Satire (fast) alles zeigen dürfe, erst recht in einer Karikatur. „Einziges Tabu ist für mich, wenn es um körperliche Behinderungen geht.“ Da bleiben seine Stifte in der Schublade. Denn zunächst zeichnet er alle Karikaturen mit Bleistift und Fineliner auf Papier vor und aquarelliert sie dann mit prallen Farben am Computer.

Gezeichnet hat Zinkant schon als Kind – die Comichelden seiner Zeit. Karikaturist ist er eher durch Zufall geworden: „Ich hörte während meines Praktikums beim Hamburger Abendblatt, dass Karikaturist ein geiler, weil sehr kreativer Beruf ist, bei dem man immer seine Meinung sagen kann.“ Und? „Ja, Karikaturist ist wirklich ein geiler Beruf.“

Hommage an Caspar David Friedrich von Arndt Zinkant.

Hommage an Caspar David Friedrich von Arndt Zinkant. Foto: Peter Sauer

Aber wie kommt er eigentlich auf die Themen? „Von Montag bis Freitagvormittag schaue ich mich genau um, was die Leute bewegt.“ Um Persönlichkeiten der Stadt und andere Charaktere genau einzufangen, braucht der 50-Jährige keine Fotos: „Ich gehe auch nicht mit dem Zeichenblock durch die Stadt. Das ist ein Klischee. Stattdessen rufe ich alles aus dem Kopf ab.“ Das tat er schon als Abiturient, als er all seine Lehrer karikierte: „Die hatte ich fast zehn Jahre vor der Nase. Da vergisst man kein Gesicht.“

Bio-Gas ist im Münsterland ein wichtiges Thema.

Bio-Gas ist im Münsterland ein wichtiges Thema. Foto: Peter Sauer

Beim näheren Betrachten seiner Karikaturen entdeckt man viele versteckte Details: „Sie sind das Salz in der Suppe.“ Weitere Besonderheit: Zinkant lässt alle Figuren – wie auf einer Bühne – in einer klaren Szene auftreten: „Diesen Tipp gab mir der Karikaturist Rudolf Schöpper.“

Im Kunsthaus Angelmodde sieht man auch Federzeichnungen, die noch nie öffentlich gezeigt worden sind, und Promi-Porträts – neben Kohl auch Merkel. „Damit habe ich mich auf den Katholikentag 2018 in Münster eingegroovt“, sagt Zinkant, „als Training“. Dort sollte er zum ersten Mal Besucher porträtieren. Mit „Merkelschen“-Fingerübungen ging es ihm schließlich locker von der Hand. Davon können sich auch die Vernissagebesucher am 27. Januar ab 11 Uhr im Kunsthaus Angelmodde überzeugen (Angelmodder Weg 80). Auch hier wird Zinkant schnelle Porträts gegen einen kleinen Obolus anfertigen.

Mit flotten Strichen: So sieht Arndt Zinkant die Bundeskanzlerin.

Mit flotten Strichen: So sieht Arndt Zinkant die Bundeskanzlerin. Foto: Peter Sauer

„Arndt Zinkant sorgt für völlig neue Perspektiven im Kunsthaus“, schwärmt Galeristin Hedwig Sölter-Bolte bei der Hängung am Montag, „einige Karikaturen sind ein paar Jahre alt und immer noch aktuell.“ Sie spielt etwa auf das Bild „Bio-Gas“ an. 500 neue Arbeitsplätze entstehen, in dem die Mitarbeiter ihren ganz persönlichen Druck ablassen. Welchen verraten wir hier nicht.

„Von Don Quijote zum Kiepenkerl“ heißt die Ausstellung. Sancho Pansa könnte allerdings auch einem Italo-Western entstanden sein. Ausstellungsort: http://www.kunsthaus-angelmodde.de/.

„Von Don Quijote zum Kiepenkerl“ heißt die Ausstellung. Sancho Pansa könnte allerdings auch einem Italo-Western entstanden sein. Ausstellungsort: http://www.kunsthaus-angelmodde.de/. Foto: Peter Sauer

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