Gottesdienste in vier Kirchen
Alte Tradition wird wiederbelebt

Münster-Südost -

Mit einem ökumenischen Kanzeltausch wollen die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Münster, die evangelische Friedenskirchengemeinde und die evangelische Kirchengemeinde Wolbeck am 10. Februar (Sonntag) in vier Gottesdiensten eine alte Tradition wieder zum Leben erwecken.

Donnerstag, 31.01.2019, 08:00 Uhr
Pfarrer Thomas Schulz (St. Nikolaus Münster), Pfarrer Hartmut Hawerkamp (evangelische Friedenskirchengemeinde) und Pfarrer Dr.Christian Plate (evangelische Kirchengemeinde Wolbeck) (v.l.) laden am 10. Februar zum ökumenischen Kanzeltausch ein.
Pfarrer Thomas Schulz (St. Nikolaus Münster), Pfarrer Hartmut Hawerkamp (evangelische Friedenskirchengemeinde) und Pfarrer Dr.Christian Plate (evangelische Kirchengemeinde Wolbeck) (v.l.) laden am 10. Februar zum ökumenischen Kanzeltausch ein. Foto: na

Pfarrer Hartmut Hawerkamp von der Friedenskirchengemeinde erinnert sich noch gut, dass früher, als die Friedenskirche in direkter Nachbarschaft zu den damals noch selbstständigen Kirchengemeinden St. Ida und St. Bernhard lag, so ein ökumenischer Kanzeltausch fast regelmäßig stattgefunden hat.

Durch die Fusion der Kirchengemeinden St. Nikolaus, St. Agatha, St. Bernhard und St. Ida zu St. Nikolaus Münster seien grundlegend andere Strukturen geschaffen worden, so einen Kanzeltausch organisieren zu können, so Hawerkamp in einem Pressegespräch. Es habe einfach Zeit gebraucht, bis sich in Wolbeck ein Kreis ökumenischer Aktiver gebildet habe. „In diesem Netz sind wir also noch nicht so lange unterwegs“, will Pfarrer Hawerkamp deutlich machen, dass so einige Anlaufschwierigkeiten, insbesondere ein Mangel an Zeit, zu überwinden waren.

Was möchte nun Pfarrer Thomas Schulz von St. Nikolaus Münster erreichen, wenn er in der Friedenskirche und der Wolbecker Christuskirche seine Predigten hält? „Ich möchte ein Zeichen setzen, dass ökumenisches Miteinander selbstverständlich ist“, sagt er. Pfarrer Hawerkamp möchte nicht nur die Neugier der Gemeindemitglieder wecken, sondern auch erfahren, was beide Konfessionen sich zu sagen haben, wenn er in der St. Nikolaus-Kirche und in der St.-Ida-Kirche von der Kanzel spricht. Für Dr. Christian Plate, Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Wolbeck, ist bei den Predigten von Pfarrer Schulz für die Liturgie verantwortlich. Er hofft, dass durch den Kanzeltausch deutlich wird, dass die Verschiedenheit der christlichen Religionen überhaupt kein Problem sei.

Diese Verschiedenheit lasse sich zum Beispiel daran festmachen, dass die Verantwortung für das Geschehen in der Kirchengemeinde bei der Gemeinde liege und nicht von oben angeordnet werde, so Hawerkamp. Dem gab Schulz zwar recht, doch er sehe auch in der katholischen Kirche durchaus Tendenzen, dass die strikte Verbindlichkeit der Anordnungen aus Rom in jüngster Zeit etwas abgemildert sei. „Die Päpste sind offener geworden“, sagt er. Die Kirchgänger am 10. Februar können sich auf jeden Fall auf spannende Gottesdienste freuen.

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