Investoren auf der Suche
Der Abriss ist schon programmiert

Münster-Südost -

Die Nachfrage nach bebauten Grundstücken in bester Lage steigt auch in Münsters Südosten.

Freitag, 08.03.2019, 07:00 Uhr
Gleich zwei alte, benachbarte Häuser werden derzeit an der Uferstraße in Angelmodde-Dorf gleichzeitig abgerissen.
Gleich zwei alte, benachbarte Häuser werden derzeit an der Uferstraße in Angelmodde-Dorf gleichzeitig abgerissen. Foto: na

Abriss eines alten Wohnhauses, Bau eines neuen an gleicher Stelle. Ein Trend, der durchaus schon seit den 1990-er Jahren in Münster festzustellen sei, sagt Jörg Krause, der beim Amt für Stadtentwicklung als Abteilungsleiter für die Bebauungsplanung zuständig ist. Doch so ganz vergleichen möchte er die frühere Praxis mit der aktuellen Entwicklung nicht. Damals sei es eher so gewesen, dass sich die Erben eines Einzelhauses, meist waren es die Kinder, ein Haus nach ihren Wünschen bauten. Wenn sie es sich denn leisten konnten. Heute spiele in fast allen Fällen die Lage des Hauses die ausschlaggebende Rolle. „Der Bedarf nach Baugrundstücken in bester Lage ist immer mehr gewachsen“, so Krause. Eines der Beispiele sei die Sentruper Höhe, aber auch im südöstlichen Münster gebe es nicht wenige Grundstücke, die aufgrund ihrer Lage, aber auch ihrer Größe das Interesse so mancher Investoren oder Immobilienmaklers auf sich zögen. Was für ein Haus sich darauf befindet, spielt immer weniger eine Rolle. Zumal es sich in nicht wenigen Fällen um Häuser mit einer aufgrund ihres Alters schlechten Bausubstanz handelt und die mancher Renovierung bedürften. Ein gutes Beispiel ist da die Uferstraße in Angelmodde-Dorf, einige Grundstücke grenzen direkt an die Werse. Die Straße ist noch nicht befestigt, hat keinen Bürgersteig. Durchaus ein Wunsch der Anlieger, wie das Tiefbauamt vor einigen Jahren erfahren konnte.

Nicht weniger als ein knappes Dutzend alter Häuser, nicht selten architektonisch reizvoll, sind bereits abgerissen und zumeist in recht prachtvoller Weise wieder aufgebaut worden, werden derzeit abgerissen, oder stehen leer und warten auf ihren Abriss. „Das Abreißen alter Häuser ist nicht verboten“, betont Krause. Es sei denn, der Denkmalschutz greife oder wie zum Beispiel im Wigbold in Wolbeck die Erhaltungssatzung ihre Gültigkeit habe.

Die Möglichkeit, dass ein Investor ein Mehrfamilienhaus mit ganz anderen Ausmaßen als das dort zuvorstehende Einzelhaus baut, sieht Krause als sehr eingeschränkt an. Planungsrechtlich sei davon auszugehen, dass der bestehende Bebauungsplan recht strikte Vorgaben gebe. Allerdings: Gerade in den Außenbereichen sei die zumeist schon recht alte planungsrechtliche Situation manchmal nicht so ganz eindeutig. „Wir können aber nicht an jeder Stelle nachsteuern“, betont Krause.

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