Aufträge vom Sultan von Brunei
Statt Politik war Design gefragt

Münster-Angelmodde -

Mal etwas nicht Politisches bieten wollte die CDU-Ortsunion Angelmodde bei ihrem Neujahrsempfang. Aus einem Leben mit Architektur, Design und Kunst berichtete lebhaft und mit vielen Bildern der bekannte Designer Dieter Sieger.

Montag, 11.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 17:41 Uhr
Ein Dankeschön für den lebhaften Erfahrungsbericht von Dieter und Fransje Sieger überreichte Magdalena Fuest-Wenner, stellvertretende Vorsitzende der Ortsunion Angelmodde.
Ein Dankeschön für den lebhaften Erfahrungsbericht von Dieter und Fransje Sieger überreichte Magdalena Fuest-Wenner, stellvertretende Vorsitzende der Ortsunion Angelmodde. Foto: anh

Mal etwas nicht Politisches bieten wollte die CDU-Ortsunion Angelmodde bei ihrem Neujahrsempfang . Aus einem Leben mit Architektur, Design und Kunst berichtete lebhaft und mit vielen Bildern der bekannte Designer Dieter Sieger . Dabei habe er immer mit seiner Frau Fransje zusammengearbeitet: „Sie könnte den Vortrag genauso halten wie ich.“

Der 1938 geborene Sieger studierte nach dem Fachabitur Bauingenieurwesen, verdiente sich mit Aquarellen sein Studium, machte eine Maurerlehre. Sein erstes Projekt als Architekt war eine Kapelle bei Lingen. Dann lernte er in Amsterdam seine Frau kennen, sie heirateten 1964 und „wir haben direkt zusammen ein Haus gebaut“, in Albachten. Dort machte er sich selbstständig, entwarf Atriumhäuser auf 300 Quadratmeter großen Grundstücken, mit Einflüssen aus dem Nachbarland: Die Holländer seien zu der Zeit die führenden Architekten in Europa gewesen. Erste Aufträge aus dem Ausland kamen, zum Beispiel für ein Haus mit 4000 m² Wohnfläche in Amman. Der Zufall verschlug ihn in den Schiffsbau, „wovon ich eigentlich überhaupt keine Ahnung hatte. In meinem Leben hat es viele Zufälle gegeben.“ Auch hier hatte er Erfolg, entwarf unter anderem den Innenausbau für immer größere Segel- und Motor-Yachten, auch für den Sultan von Brunei. Zunehmend für Kunden, die ihn mit ihrem Jet abholen ließen.

Die kreative Leistung Siegers bestach auch Unternehmer anderer Branchen, von der Profi-Kaffeemaschine bis zum Bad-Design entwarf er. Zwischendurch erlernte er den Gipsguss: „Sie müssen das hautnah erfahren, sonst können Sie solche Dinge nicht entwerfen.“ Dass er mit seinem inzwischen angewachsenen Büro einen repräsentativen Sitz brauche, das legte ihm Karl Lagerfeld nahe: Die Siegers suchten in halb Europa, sie fanden Schloss Harkotten, lange Firmensitz von „design sieger“.

Herzlichen Applaus erntete Sieger im Pfarrzentrum St. Bernhard von den rund 50 Gästen. Nach dieser ästhetisch-unternehmerischen Betrachtung wird es für die Ortsunionen in Südost am 4. April politisch, wenn der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Nacke über demokratische Kultur in Europa und das „Ende der Selbstverständlichkeiten“ spricht. Hier soll es um die Förderung demokratischer Prozesse und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger gehen.

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