Versorgung im Bezirk Münster-Südost bleibt problematisch
Diskussion um Kita-Plätze hält an

Münster-Südost -

Die Hiobsbotschaften zur Kita-Versorgung in Münsters Südosten nehmen kein Ende: Wie berichtet, gehen die Interims-Container an der Heidestraße (vorerst?) nicht in Betrieb, der Neubau der Kita am Wiegandweg geriet gleich zu Beginn ins Stocken. Nun soll die Über-Dreijährigen-Gruppe im Altbau der Kita St. Nikolaus (die trotz des Umzugs der Einrichtung in den benachbarten Neubau im Jahr 2015 wegen der angespannten Versorgungssituation weiterbetreiben wurde) ab Sommer auslaufen. Eltern und Politiker sorgen sich zunehmend um die Situation im Bezirk.

Montag, 11.03.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 18:10 Uhr
Kita-Plätze in Münster-Südost sind nach wie vor rar, vor allem für jüngere Kinder.
Kita-Plätze in Münster-Südost sind nach wie vor rar, vor allem für jüngere Kinder. Foto: dpa

So zweifelt etwa die Piraten-Vertreterin in der Bezirksvertretung (BV) Südost, Birgit Hemecker, daran, dass der vorgesehenen Schließungstermin des Kita-Altbaus St. Nikolaus im Sommer dieses Jahres rechtens ist: Eine Ratsvorlage aus dem Jahr 2015 sehe vor, die Einrichtung bis Ende 2020, eventuell sogar bis zum Sommer 2021 offen zu halten, erklärte sie in der vergangenen Sitzung der BV Südost und initiierte eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung.

Insgesamt sei es „paradox, dass trotz eklatanten Kitaplatzbedarfs bestehende Einrichtungen geschlossen werden sollen“, kritisiert Hemecker. Zwar sei der Bedarf an Ü3-Plätzen in Wolbeck mit 109 Prozent übererfüllt, im U3-Bereich herrsche jedoch eine Unterversorgung. Ihrer Meinung nach könnte durch die Weiternutzung des Kita-Altbaus St. Nikolaus die Situation insgesamt entschärft werden.

Auch andere Stimmen weisen darauf hin, dass „Wolbeck weiter wächst“. Die geplanten neuen Einrichtungen im Baugebiet Petersheide und an der Middeler Straße dienten vor allem dem Eigenbedarf, heißt es. Perspektivisch sind zudem zusätzliche Baugebiete, etwa in Wolbeck am Berdel, ins Auge gefasst.

Auf der Hand liegt das Argument, dass spätere Standortsuchen und Neubauten von Kitas ungleich komplizierter und kostspieliger würden als die Weiternutzung bereits bestehender Einrichtungen.

Was sagen die Verantwortlichen? „Die Pfarrei St. Nikolaus Münster würde, soweit die Stadt Münster Bedarf für über dreijährige Kinder im Altbau der Kita St. Nikolaus anmeldet, diesem nachkommen“, erklärte der leitende Pfarrer Jörg Hagemann auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Leiterin des münsterischen Amts für Kinder, Jugendliche und Familien, Anna Pohl, gab bezüglich der Kitas Heidestraße, Wiegandweg und St. Nikolaus keine Stellungnahme ab.

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