Einrichtung Heidestraße ist nicht genehmigungsfähig
Neue Kita wird ungenutzt abgebaut

Münster-Angelmodde/Gremmendorf -

Die neue Kita Heidestraße kann nicht in Betrieb gehen. Ursache sind wohl Abstandsregelungen zur benachbarten Industrieanlage der Westfalen AG. Die Kosten für Ab- und Wiederaufbau an einem neuen Standort dürften in die Hunderttausende gehen.

Dienstag, 12.03.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 21:12 Uhr
Die neue Kita Heidestraße kann nicht in Betrieb gehen. Ursache sind wohl Abstandsregelungen zur benachbarten Industrieanlage der Westfalen AG. Die Kosten für Ab- und Wiederaufbau an einem neuen Standort dürften in die Hunderttausende gehen.
Die neue Kita Heidestraße kann nicht in Betrieb gehen. Ursache sind wohl Abstandsregelungen zur benachbarten Industrieanlage der Westfalen AG. Die Kosten für Ab- und Wiederaufbau an einem neuen Standort dürften in die Hunderttausende gehen. Foto: mlü

Die erst vor wenigen Monaten aufgestellten Container an der Heidestraße dürfen nicht wie geplant als Kita verwendet werden. Das haben die Bauämter entschieden. Die Stadt Münster will die ungenutzte Anlage jetzt wieder abbauen, um sie wenigstens an anderer Stelle noch als Kita nutzen zu können. Der Schaden für den Steuerzahler dürfte in die Hunderttausende Euro gehen.

Was lange nur Gerücht war, ist jetzt Fakt: „Die Kita Heidestraße ist an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig“, bestätigt Anna Pohl vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien auf Anfrage. Eigentlich sollte die Einrichtung bereits zum Jahresbeginn an den Start gehen.

Container-Kita gegen Versorgungsengpass

In Angelmodde gab es 2018 nur für jedes zweite Kind über drei Jahren einen Kita-Platz. Die Versorgungsquote liegt damit weit unter dem stadtweiten Durchschnitt. Mit der provisorischen Container-Kita an der Heidestraße sollte die Situation eigentlich entschärft werden. 20 Kinder sollten in dem Behelfsbau betreut werden, bis die Einrichtung an der Eichendorffschule fertiggestellt ist. Diese 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren wurden stattdessen vorerst in benachbarten Kindertagesstätten untergebracht.

Warum genau die Betriebserlaubnis an der Heidestraße nachträglich zum Problem geworden ist, wurde zunächst den Mitglieder der Bezirksvertretung mitgeteilt. Nach Informationen unserer Zeitung dürfte allerdings die Nähe zur Industrieanlage der Westfalen AG der entscheidende Faktor sein. Nach Einführung neuer Richtlinien zum Schutz vor Industrieunfällen herrscht Unsicherheit im Hinblick auf die Abstandsregelungen.

Wo die Container stattdessen in Angelmodde aufgebaut werden könnten, ist derzeit völlig unklar. Ebenfalls lässt sich schwer abschätzen, ob sich der Versorgungsengpass bis dahin nicht bereits durch neue feste Einrichtungen in Wolbeck, Gremmendorf und Angelmodde verändert hat.

Ab- und Wiederaufbau birgt hohe Kosten

Die Container an der Heidestraße stammen von der abgebauten Flüchtlingseinrichtung am Brandhoveweg bei Wolbeck. Sie wurden generalüberholt und haben unter anderem neue Fenster erhalten. Diese Maßnahmen würden wohl auch an einem neuen Standort der Kita zu Gute kommen.

Anders sieht es beim Ab- und Wiederaufbau der Container aus. Legt man ähnliche Fälle zugrunde, entstehen dadurch Kosten von mindestens 200.000 Euro. Alleine für das jetzt überflüssige Fundament an der Heidestraße wurden laut Baubeschluss rund 40 .000 Euro ausgegeben. Weitere 40. 000 Euro haben die Anschlüsse für Strom, Wasser und Gas gekostet.

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