Akampita Steiner gedenkt Else Lasker-Schüler
Konzert für eine Dichterin

Münster-Angelmodde -

Das Konzert in der St.-Bernhard-Kirche galt Else Lasker-Schüler. Die deutsch-jüdische Dichterin vertrat die avantgardistische Moderne und den Expressionismus. Sie wurde 1869 in Elberfeld geboren und starb 1945 in Jerusalem. Ihr Drama „Arthur Aronymus“ wurde 1933 von den nationalsozialistischen Machthabern abgesetzt.

Dienstag, 19.03.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 17:48 Uhr
Akampita Steiner nutzte für ihre Interpretationen zahlreiche Instrumente, zusätzliche Tiefe steuerte Arne Tigges am Kontrabass bei.
Akampita Steiner nutzte für ihre Interpretationen zahlreiche Instrumente, zusätzliche Tiefe steuerte Arne Tigges am Kontrabass bei. Foto: anh

Poetisch ist die Sprache, fantasievoll sind die Gedanken. Die Autorin, eigentlich Elisabeth Lasker-Schüler, schöpfte mit neuen Worten neue Klänge. Da ist es nahe liegend, Gedanken und Klänge musikalisch zu verweben und dem Hörer Gelegenheit zu geben, sie vereint wahrzunehmen.

Besonders geeignet für eine solche musikalische Herausforderung ist, wem ein breites Spektrum von Instrumenten und Klängen zur Verfügung steht: Deswegen war diese Aufgabe gut aufgehoben bei Akampita Steiner. Die Musikerin konnte ein Monochord einsetzen, den Schellenkranz, die Gitarre, die Fußrassel, die Leier und die Shruti-Box sowie nicht zuletzt ihren Obertongesang. Teils begleitete Arne Tigges auf dem Kontrabass ihr Gitarrenspiel und verlieh dem Klang zusätzliche Tiefe.

Vieles in Lasker-Schülers Dichtung kreist um die Liebe, auch Steiners Auswahl: „Liebe“, „Elysische Hochzeit“, „Versöhnung“, „Ein Liebeslied“. Hinzu tritt Religiöses wie „Ein Lied an Gott“. Und ein Auszug aus dem Drama: „Unsere Töchter wird man verbrennen auf Scheiterhaufen / Nach mittelalterlichem Vorbild. / Der Hexenglaube ist auferstanden“.

Keine leichte Aufgabe ist es, in einer solchen Gleichzeitigkeit Instrumentenklang und Sprechen auszubalancieren und dem Wort die nötige Verständlichkeit zu geben. Das gelang nach Wahrnehmung einiger Zuhörer nicht immer optimal.

Bei Steiners zweitem Konzert in St. Bernhard, wieder von Tigges organisiert, waren am Sonntag etwa 60 Zuhörer gekommen und spendeten reichlich Applaus, auch zwischendurch. Pfarrer Wirth dankte für die besondere Vermittlung der Gedanken Lasker-Schülers. Er legte den Besuchern die Broschüre über die geistliche Musik in der Gemeinde ans Herz.

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