Ausstellung „Art of Tibet“
Verliebt in Cornwall

Münster-Angelmodde -

Angelmodder Künstlerin Astrid Sapion möchte Natur und Tibet eine Stimme verleihen.

Donnerstag, 18.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 24.04.2019, 18:40 Uhr
Astrid Sapion zeigt eines der Bilder, die in der Ausstellung „Art of Tibet“ zu sehen waren. Im Hintergrund lugt ein Beispielstück aus ihren Arbeiten mit Holz hervor.
Astrid Sapion zeigt eines der Bilder, die in der Ausstellung „Art of Tibet“ zu sehen waren. Im Hintergrund lugt ein Beispielstück aus ihren Arbeiten mit Holz hervor. Foto: na

„Die Natur selbst ist Kunst“, sagt Astrid Sapion . Die freischaffende Künstlerin lebt seit dem Sommer vergangenen Jahres im „Künstlerdorf Angelmodde“, wie sie sagt. Und sie denke zum Beispiel an einen Regentropfen, der in einer Pfütze seine Kreise zieht.

„Ich liebe Bäume“. Diese Naturverbundenheit habe ihren Ursprung in ihrer Kindheit. „Ich bin sehr naturnah aufgewachsen“, erinnert sich die 58-Jährige. Und sie habe in dieser Zeit auch schon ein starkes Interesse an der Malerei entwickelt. Doch es waren nicht nur das Malen und ihre Liebe zur Natur, die zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lebens wurden, sondern auch Sprachen.

Und hier gelang es ihr, wie sie im Nachhinein sagt, eine für sie wunderbare Verknü­pfung, zu finden, als sie sich 2013 entschloss, nach Cornwall zu gehen, eine für seine unberührte Landschaft und raue Steilküsten bekannte Grafschaft im Südwesten Englands. Sie machte sich selbstständig, bot Sprach-, Wander- und Malurlaube an.

„Ich habe mich in das Land verliebt“, erklärt Astrid Sapion. Und das nicht nur wegen der Landschaft, sondern auch wegen der Menschen. „Es hat mich fasziniert, wie dort die alten Bräuche gepflegt werden, wie groß das Zusammengehörigkeitsgefühl ist“, betont sie, „so ganz anders als bei uns“.

Für ihre Ambitionen als Künstlerin eröffneten sich in Cornwall ganz neue Perspektiven. „Es war ein ganz entscheidender Anschub für mich“, betont sie. Sie suchte und fand den Kontakt zu Malern aus dem bekannten Künstlerort St. Ives. Lernte viel dazu, wie sie sagt, besonders das Malen in freier Natur mit der Staffelei. 2017 kehrt sie Cornwall schweren Herzens den Rücken. Am Ende seien die Urlaubsbuchungen zu sehr auf die Sommerzeit begrenzt gewesen. Und dazu kam noch der Brexit. „In einem Land, dass sich abschottet, wollte ich nicht leben“, sagt sie.

Zurückgekehrt nach Münster, an die Leinwand im heimischen Atelier, gewann ihr Drang, sich in ihrem künstlerischen Schaffen mit dem tibetischen Buddhismus auseinanderzusetzen, immer mehr die Oberhand. „Ich bin von Tibet und seiner reichen Kultur fasziniert und sehe mit Bestürzung seine Bedrohung durch die Chinesen“, sagt sie. Dort werde in die Menschenwürde eingegriffen. Sie engagiert sich in der Tibet-Hilfe, brennt darauf, auf die Situation dort aufmerksam zu machen. Ein Zeichen dafür ist die Ausstellung „Art of Tibet“, mit der sie auf der Benefizveranstaltung des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises (ÖWK) St. Nikolaus präsent war, die kürzlich in der ehemaligen Gartenbauschule stattfand. Zumeist sehr großformatig sind ihre Bilder, von einem Gemisch aus leuchtenden Farben oder auch abgetönteren Farben bestimmt und immer sehr abstrakt. Vom Verkaufserlös ihrer Bilder geht immer ein Teil an Tibet- Initiativen.

Mit Pastellkreide, Gipsbinden und Pergamentpapier arbeitet sie, benutzt Naturmaterialien wie Sand, Blätter und Asche. „Ich arbeite mit Spachtel, Pinseln und vorwiegend mit den Händen, trage verschiedene Schichten auf, entferne sie wieder und verarbeite auch persönliche Botschaften in meinen Werken“, bringt sie ihre künstlerischen Techniken auf den Punkt. Immer dazu gehört ihre Ambition, der freien Natur eine Stimme zu verleihen, sie zu erleben, sich ihr zu widmen. So gehört auch das Arbeiten mit Baumstämmen, mit Wurzeln, Blättern und Steinen dazu. „Eben alles, was man in Wäldern und Wiesen findet“, sagt sie. Und sie möchte dieses Lebensgefühl gern weitergeben.

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