Präventionsprojekt an der Eichendorffschule
„Mein Körper gehört mir!“

Münster-Angelmodde -

Kinder gegen sexuelle Gewalt stark zu machen, darum geht es beim Projekt „Mein Körper gehört mir“. Am Donnerstag fand in der Eichendorff-Grundschule in Angelmodde die dritte und letzte Etappe für die fünf Klassen der dritten und vierten Jahrgangsstufe statt.

Donnerstag, 16.05.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 17:24 Uhr
In dieser Geschichte hat sich der „Junge“ (Tilman Rademacher) lange durchfragen müssen, bis er schließlich Hilfe einer neutralen Person fand (Leona Pallas).
In dieser Geschichte hat sich der „Junge“ (Tilman Rademacher) lange durchfragen müssen, bis er schließlich Hilfe einer neutralen Person fand (Leona Pallas). Foto: Andreas Hasenkamp

Die Kinder der 3b erinnern sich im Musikraum noch an die drei Geschichten der ersten beiden Teile des Projekts und an die Namen der beiden Akteure der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück: Sie haben Vertrauen gefasst zu Leona Pallas und Tilman Rademacher .

Immer geht es um sexuellen Missbrauch und wie man ihn verhindert. „Das Mädchen und das Auto“, heißt eine Geschichte mit einem Exhibitionisten: Weglaufen, Eltern anrufen, zur Polizei gehen und „jemandem davon erzählen, damit es euch wieder besser geht“, sagt Rademacher. Wer hat Schuld? Pallas sagt: „Die Person hat Schuld, die das tut, der Täter oder die Täterin und niemals das Kind.“

Drei Fragen solle man sich stellen, wenn eine solche Situation mit Fremden oder Bekannten entstehen könnte: „Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl? Bekomme ich Hilfe, wenn ich sie brauche? Weiß jemand, wo ich bin?“ Die Kinder der 3b beteiligen sich rege und haben sich die Regeln schon gemerkt.

Mehrfach singen alle ein Lied mit Bewegung, „Mein Körper springt“. Es vermittelt die Botschaft: „Mein Körper gehört mir“.

In der Geschichte des vom eigenen Bruder sexuell belästigten Jungen hat die eigene, überarbeitete Mutter ihm nicht geglaubt, der Fußballtrainer hat abgewiegelt – erst die dritte Person glaubt dem Jungen, lobt seinen Mut und handelt: „Wir beide müssen etwas tun!“

Aufmerksam studieren die Kinder die Nummer des Kinder- und Jugendtelefons: „116111“, sagt einer laut. Diese „Nummer gegen Kummer“ bietet eine anonyme und vertrauliche Beratung montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr.

Das Projekt gibt es seit 25 Jahren. An der Eichendorffschule wird es seit 2013 alle zwei Jahre angeboten. „Die Altersgruppe zwischen sechs und zehn Jahren“ sei besonders gefährdet, sagt Pallas. Im Schnitt gebe es fast in jeder Klasse ein Opfer. Die Kinder seien „anfänglich befangen“, lernten aber schnell, hat Helga Runge, die Direktorin der Grundschule beobachtet.

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