Pfarrer Klaus Wirth feiert goldenes Priesterjubiläum
„Wir waren schon revolutionär“

Münster-Angelmodde -

Seit über 36 Jahren prägt der Geistliche maßgeblich die Geschicke der ehemaligen Pfarrgemeinde St. Bernhard – und damit auch ein Stück Angelmodde-West. Am 29. Juni feiert er sein Goldenes Priesterjubiläum.

Mittwoch, 12.06.2019, 17:24 Uhr
Pfarrer Klaus Wirth vor dem Turm der St.-Bernhard-Kirche: Vor knapp 50 Jahren wurde er im Paulusdom zu Münster zum Priester geweiht, zum Monatsanfang wurde er emeritiert. Den Angelmoddern bleibt der Bergmannssohn jedoch erhalten: Wirth wohnt weiterhin im Pfarrhaus von St. Bernhard und übernimmt den einen oder anderen Gottesdienst.
Pfarrer Klaus Wirth vor dem Turm der St.-Bernhard-Kirche: Vor knapp 50 Jahren wurde er im Paulusdom zu Münster zum Priester geweiht, zum Monatsanfang wurde er emeritiert. Den Angelmoddern bleibt der Bergmannssohn jedoch erhalten: Wirth wohnt weiterhin im Pfarrhaus von St. Bernhard und übernimmt den einen oder anderen Gottesdienst. Foto: mlü

Für Klaus Wirth ist der Beruf des Pfarrers ein Traumjob. „Ich freue mich, wenn Leute zusammenkommen und sich gut verstehen.“ Außerdem sitze einem der Chef nicht im Nacken. „Denn Gott ist geduldig“, hat Pfarrer Klaus Wirth einmal augenzwinkernd gesagt.

Sein Lebensweg war trotzalledem nicht vorgezeichnet. Klaus Wirth wurde 1944 in Lünen als fünftes Kind einer Bergarbeiterfamilie geboren. „Kirche juckte in der Zechensiedlung niemanden“, erinnert sich Wirth. Wichtiger war, ob jemand in der KPD oder aber SPD war. Doch vielleicht war es gerade die Solidarität unter Bergleuten, die ihn bis heute prägt.

Die Zeche war eine eigene Welt, die kaum jemand verließ. „Von 62 Kindern in meiner Schulklasse gingen nur fünf auf das Gymnasium. Das lag natürlich am Schulgeld.“ Dass nun ausgerechnet der junge Klaus Wirth eine höhere Bildung genießen durfte, hat er seiner Mutter zu verdanken. „Einer meiner Brüder verunglückte tödlich unter Tage. Das war der Auslöser für meine Mutter zu sagen: Mein Jüngster kommt nicht in die Zeche.“

Nach dem Abitur studierte Wirth in Münster und zog im Collegium Borromaeum ein. Es waren die 1968er Jahre. „Wir waren damals schon revolutionär eingestellt“. Die Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils weckte große Hoffnungen auf Veränderungen in der Kirche. Wirth arbeitete über die Arnoldshainer Thesen, die für die gegenseitige Zulassung zum Abendmahl innerhalb der evangelischen Kirche von großer Bedeutung wurden.

Sowieso: Die Ökumene. Wirths Mutter war katholisch, sein Vater evangelisch. Das Miteinander der christlichen Konfessionen liegt ihm seit jeher am Herzen. 24 Jahre lang arbeitete er im Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) in der Stadt Münster. Bis heute beteiligt sich der 75-Jährige auch aktiv am Dialog der Religionsgemeinschaften. „Mich kennen sie in jeder Moschee.“

Als Pfarrer Wirth nach Angelmodde kam, waren gerade die Briten aus den Wohnungen an der Osthuesheide ausgezogen – die Veränderungen in der Waldsiedlung bestimmten fortan seine Arbeit als Seelsorger. Unter seiner Ägide wurden das Pfarrzentrum und die Bücherei sowie die Werktagskapelle gebaut.

Anfang Juni wurde Wirth emeritiert. Den Angelmoddern bleibt er jedoch erhalten: Wirth wohnt weiterhin im Pfarrhaus an der Höftestraße und übernimmt den einen oder anderen Gottesdienst. Auch seine Museumsfahrten will der kunstsinnige Pfarrer fortsetzen.

Feier zum Priesterjubiläum

Anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums lädt Pfarrer Wirth die Kirchengemeinde am 29. Juni (Samstag) um 17 Uhr zu einem Gottesdienst in die St.-Bernhard-Kirche ein. Wer etwas Gutes tun möchte, ist eingeladen, das „Gesunde Frühstück für Kinder“ im Familienzentrum St. Bernhard zu unterstützen, IBAN DE45 4006 0265 0003 9693 00.

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