Botho Mechias wird 75 Jahre alt
Zwei Perspektiven zum Straßenbau

Münster-Angelmodde -

Ein bis heute vielseitiges Leben führt Botho Mechias, der am Mittwoch 75 Jahre alt wird. Seine erste Fahrt führte ihn übers Wasser von Danzig, sein Berufsleben galt der Straße. Er war leitender Regierungsbaudirektor für den Landesbetrieb Straßen und bis 1984 Mitglied im Bauausschuss der Stadt Münster.

Mittwoch, 07.08.2019, 11:00 Uhr
Manches muss lange reifen: Ob in der Straßenplanung oder bei den Tomaten. Der ehemalige leitende Regierungsbaudirektor im Landesbetrieb Straßen NRW, Botho Matthias war auch mehrere Jahre in der Bezirksvertretung Südost aktiv.
Manches muss lange reifen: Ob in der Straßenplanung oder bei den Tomaten. Der ehemalige leitende Regierungsbaudirektor im Landesbetrieb Straßen NRW, Botho Matthias war auch mehrere Jahre in der Bezirksvertretung Südost aktiv. Foto: anh

1944 wurde er in Danzig geboren, noch als Baby schiffte ihn seine Mutter zusammen mit seinem Bruder auf ein Flüchtlingsschiff ein: „Wir sind hinter der ‚ Wilhelm Gustloff ‘ hergefahren“, berichtet er. Aber in einem Verband. Ohne den Vater, er galt als unabkömmlich, er sollte zum Beispiel Getriebe von U-Booten reparieren. In die seien häufig Schraubenschlüssel „hineingefallen“.

Nahe Husum und in Husum besuchte er zwei Grundschulen, dann ging es mit dem Vater nach Bochum zu Krupp. Mechias besuchte eine Realschule, wechselte zum Gymnasium in Wattenscheid, wo er erst einmal Latein pauken musste. „Das war ein bisschen Arbeit.“ Er war im neusprachlichen Zweig gelandet, „weil da Platz war“, lernte auch Englisch und Französisch. Und, was später wichtig wurde, für sein Studium: „Da wurde viel auf Mathematik Wert gelegt.“

Bauingenieurwesen war seine Wahl, zuerst aber absolvierte er Praktika auf dem Bau. Dann kam das Studium in Braunschweig, wo bereits sein Bruder studierte. Sollte es danach in die Wirtschaft gehen oder zum Staat? Ein Vorstellungsgespräch bei einem Konzern irritierte ihn. Bei ihnen habe man „den Marschallstab im Tornister“, meinte der Manager, der samstags für die Gespräche antreten musste. Das passte nicht. Mechias ging zum Landschaftsverband-Westfalen-Lippe – „ich habe es nicht bedauert.“ Hamm war die erste Station und schließlich wurde er Leiter der Niederlassung Münster des Landesbetriebes Straßen.

Um Autobahnen ging es, auch um den sicheren Weg für Kinder zur Bushaltestelle. Mal war das Unterstützen eines Bürgerradwegs Thema, mal der Lärmschutz. Dazu sprach er vor Bürgern und freute sich über die Rückmeldung: der Schutz sei „in der Regel deutlich besser geworden“, „es hat sich gelohnt“. Gern schaut der Planer in die Niederlande: „Die haben immer den Gesamtverkehr im Auge.“ An viele Vorschläge zur Ortsumgehung Wolbeck erinnert er sich. Man müsse gucken, „was in Frage kommt und dann entscheiden“.

An seinem Wohnort am Albersloher Weg kennt Mechias auch die andere Seite des Tisches, des betroffenen Bürgers. So engagierte er sich gegen einen vierspurigen Ausbau der stark befahrenen Straße im Bereich Gremmendorf und Angelmodde. Er kann sich etwas anderes vorstellen – aber da äußert er sich zurückhaltend.

Mechias war auch Lokalpolitiker, für die SPD in den Bezirksvertretungen für Hiltrup und Münster-Südost. Das sei nützlich gewesen für seinen Beruf, weil er die Sicht von Politikern kennengelernt habe. Es sei darum gegangen, den „richtigen Ton und Kompromisse zu finden“, Argumente zu liefern und das Gemeinwohl abzuwägen. Ob die Politiker das so praktiziert hätten? „Im Prinzip, ja.“

Erkundet hat Mechias mit seiner Frau auch das Ausland, mit ihrem Wohnmobil. „Westeuropa haben wir fast durch, auch Sardinien und Marokko“, sagt Mechias, der gern radelt, wandert, joggt und Inliner fährt.

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