„Vier Jahreszeiten“-Ausstellung von Klaus Bitter
Atmende Landschaften im Wandel

Münster-Angelmodde -

Nächtliche Münsterarchitektur, Rügen-Fernweh und Agrar-Idylle finden sich in der Ausstellung „Vier Jahreszeiten“ von Klaus Bitter. Die Vernissage im Kunsthaus Angelmodde ist am Sonntag (6. Oktober) von 11 bis 13 Uhr.

Mittwoch, 02.10.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 17:56 Uhr
Nächtliche Münsterarchitektur, Rügen-Fernweh und Agrar-Idylle finden sich in der Ausstellung „Vier Jahreszeiten“ von Klaus Bitter. Die Vernissage im Kunsthaus Angelmodde ist am Sonntag (6. Oktober) von 11 bis 13 Uhr.
Nächtliche Münsterarchitektur, Rügen-Fernweh und Agrar-Idylle finden sich in der Ausstellung „Vier Jahreszeiten“ von Klaus Bitter. Die Vernissage im Kunsthaus Angelmodde ist am Sonntag (6. Oktober) von 11 bis 13 Uhr. Foto: pesa

Hart pfeift der Wind durch den winterlichen Boniburger Wald, im Kuh-Viertel schmücken sich die Bäume mit dem ersten Blättern des Frühlings, auf Rügen laufen zwei Kinder erwartungsfroh in die kühlende Meeresgischt und auf dem Prinzipalmarkt spiegeln sich die Giebelhäuser in den Pfützen des nächtlichen Sturmregens: Dem Handorfer Maler Klaus Bitter (KlaBit) gelingt es vortrefflich, stimmungsvolle Bilder der „Vier Jahreszeiten“ zu schaffen.

So heißt denn auch die neue Ausstellung im Kunsthaus Angelmodde, die am Sonntag (6. Oktober) um 11 Uhr eröffnet wird. Rund 50 Klein- und Großformate zeigt Bitter, der sich schon früh für die Malerei begeisterte: „Ich hatte eine gute Kunsterziehung vom 4. Schuljahr an.“ Dann kamen einige Jahrzehnte Berufs-und Familienleben dazwischen. Ein Malkurs während seiner Kur vor sieben Jahren erweckte das Kunst-Feuer bei Klaus Bitter wieder. Fast täglich malt er seitdem.

In der Ausstellung finden sich nur zwei Öl-Bilder. „Ich bin kein geduldiger Mensch“, sagt er und verweist auf seine schneller entstandenen Acrylbilder im Nass-in-Nass-Verfahren.

Der 61-jährige arbeitet im Hauptberuf als Architekt. „Ich plane oft Kindergärten und Feuerwehrgerätehäuser.“ In der Ausstellung baut er Brücken zwischen Münsters historischen und modernen Bauten. Rund um den Kunsthauskamin zeigen Kleinformate, wie er in vier unterschiedlichen Malprozessen den gleichen Blick auf den Dom anders einfängt.

Die individuelle Formensprache des LWL-Museums für Kunst und Kulturgeschichte (mit viel Tiefe) und die vielgestaltige Linienführung im Wewerka-Pavillon stehen in Bitters Bildern im kunstvollen Kontrast zu urigen Bauernhöfen in Kasewinkel, die sich in die Agrar- und Naturlandschaft einfügen – auch spannend eingefangen in einer Heuballen-Choreographie im Breitwandformat.

Klaus Bitter zeigt ausschließlich schöne Gebäude und Landschaften im Nebeneinander von Stadt und Umland und verschafft auch den kleinen Details am Wegesrand mehr Geltung, wie zum Beispiel Blühstreifen. Der 61-Jährige möchte bewusst Gegengewichte zum schnelllebigen Alltag setzen, zum Einheitsbrei mancher Fassaden und aufgeräumter Landschaften. Dass Klaus Bitter sich dabei nicht als Realist versteht, erkennt man besonders gut in seinem Großformat „Hiltruper Heide“. Den dortigen Bahndamm hat er elegant verschwinden lassen.

„Malerei ist für mich Entspannung, wo ich Raum, Zeit und mich selbst vergesse. Das tut der Seele richtig gut“, sagt Klaus Bitter, der die Malerei auch mit Musik vergleicht. Er selbst spielt Parforce- und Flügelhorn. „Dabei empfinde ich eine ähnliche Entspannungswirkung.“

Unter dem Holztreppenhaus finden sich ein Stillleben von Trauben, Äpfeln und Zitronen – zum Zugreifen nah. „Ich habe sie so gemalt, dass sie jeden Augenblick aus dem Bild herausfallen könnten“, sagt Bitter. Die Ausstellung geht bis zum 30. Dezember.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6972349?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F134%2F
Nachrichten-Ticker