Vertonte Gedichte in St. Bernhard
Musik im Dienst der Lyrik

Münster-Angelmodde -

Mit einem ungewöhnlichem „Terzett“ begann das Konzert in der St.-Bernhard-Kirche. Drei Instrumentalisten klangen zusammen – noch dazu allerdings auch zwei Poetinnen und eine Sängerin.

Montag, 04.11.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 17:48 Uhr
Bestritten auf verschiedene Weise zu einem musikalisch wie textlich anregenden Konzert bei: Arne Tigges, Martina Pahl, Hanna Yun, Sandra Batkowski und Angelika Sarrazin.
Bestritten auf verschiedene Weise zu einem musikalisch wie textlich anregenden Konzert bei: Arne Tigges, Martina Pahl, Hanna Yun, Sandra Batkowski und Angelika Sarrazin. Foto: anh

Arne Tigges spielte das Harmonium, Hanna Yun die Klarinette, Martina Pahl die Querflöte, Texte kamen von Angelika Sarrazin und Sandra Batkowski, und letztere lieh den Texten ihren wandelbaren, feinen Sopran, die Tigges vertont hatte. Als „Hereinbegleiter“ war das Terzett gedacht – eine Uraufführung von Tigges – bevor es mit „Himmelsvögel“ von Sarrazin ein erstes Mal in eine Gedankenwelt ging: in „eine wertschätzende Gemeinschaft der Verschiedenen“. Vögel sind dort für Sarrazin auch ein Zeichen der Hoffnung, wie in ihrem vertonten Text „Gib niemals auf“.

Eine weitere Uraufführung von Tigges waren die drei Lieder nach Gedichten von Sandra Batkowski. Sie besingen in „Schlafe o du Welt“ eine unbarmherzige, kalte Welt, als Reaktion den Wunsch nach Vergessen.

In einer solchen, durchaus düsteren Stimmung sind auch die späteren Stücke gehalten – für die Orgel „Dernière espérance“ von Lefébure-Wely, für Gesang in zwei Gedichten von Pierre de Ronsard. Bei Niels Wilhelm Gades „Fantasiestücken“ kann besonders die Klarinette von Yun ihr Klangspektrum zeigen.

Dann steht die Musik wieder ganz im Dienst von Texten, des intensiven Verses, nämlich für Matthias Claudius‘ „Täglich zu singen“ und seinem „Kriegslied“, das den Krieg als grausam und leidvoll schildert.

Später setzten die Instrumente einen fröhlicheren Akzent. In Robert Muczynskis „News“ für Flöte und Klarinette, dann in der Vertonung Tigges‘ zu „Einen Vogelflug weit“ von Claudia Ratering: „Dann, vielleicht, versteh ich die Welt einen Vogelflug weit besser“.

Die zahlreichen Besucher des Konzerts freuten sich, neben den Musikern auch der Autorin Sarrazin Applaus spenden zu können; gemeinsam sang man Claudius‘ „Abendlied“. Batkowski ist Leiterin vieler Chöre; Yun steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung an der Musikhochschule Münster.

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