Künstlerin Lydia Mächler stellt im Kunsthaus Angelmodde aus
Gefühle im Großformat

Münster-AngeLmodde -

Rund 20 Großformate zeigt die Havixbecker Künstlerin Lydia Mächler ab Sonntag (12. Januar) im Kunsthaus Angelmodde. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr.

Mittwoch, 08.01.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 17:44 Uhr
Mit magischen Augen zieht dieses Gesichts-Bild alle Blicke auf sich. Dieses und weitere Großformate von Lydia Mächler werden ab Sonntag (12. Januar) im Wintergarten des Kunsthauses Angelmodde ausgestellt.
Mit magischen Augen zieht dieses Gesichts-Bild alle Blicke auf sich. Dieses und weitere Großformate von Lydia Mächler werden ab Sonntag (12. Januar) im Wintergarten des Kunsthauses Angelmodde ausgestellt. Foto: pesa

Mit verschlossenen Augen, offenen Haaren und ihrer Hand fest am Herzen, legt die Frau den Kopf zur Seite. „Touch my Heart“(„Berühre mein Herz“) ist eines der stärksten Werke der neuen Ausstellung „An(ge)sichtssache“ im Kunsthaus Angelmodde und hängt im Obergeschoss.

„Touch my Heart“ zeigt nur beim ersten Hinsehen eine in Gedanken versunkene Frau. Auf dem zweiten Blick erkennt man einen Mann, auf den sie sich stützt, der wie Fels ihr Sicherheit und Wärme zu vermitteln vermag. Ein geniales Motiv, dass mit der Erwartungshaltung der Betrachter spielt.

Voller Anmut, Tiefe, Nachdenklichkeit und Sinnlichkeit sind auch die anderen, famos von Mächler in einem ganz besonderen Augenblick auf Großformaten erfassten Gesichter, die – zum Greifen nah – besondere Stimmungen auslösen. Ganz nach Pablo Picasso muss man das „Geheimnis der Kunst“ nicht suchen, sondern findet es auf den ersten Blick.

Die große Kunst von Lydia Mächler liegt zum einen in der fast fotorealistischen Ausdruckskraft ihrer Malereien. Durch kleine Nuancen der Augen- und Mundstellung, durch leichtes Verstärken der verschiedenen Muskeln und Falten zeigt sie gemalte Gefühle. Zum anderen liegt die Stärke der Künstlerin in dem spannenden Wechselspiel zwischen Darstellung und Material. Dieses verweist auch auf das Gefühlsleben des Menschen – im Kontrast zur harten Lebensumwelt. Die zarten Frauengesichter wirken umso weicher, da sie mit Acryl auf besonders knorrig-harten, unebenen und rauen Untergründen, wie alten Holzbohlen und grober Jute, aufgetragen worden sind: mit Pinsel und Spachtel, in Wisch- und Spritztechniken oder im freien Lauf der Farbe über den Untergrund.

Termin

Die Vernissage findet am Sonntag (12. Januar) von 11 bis 13 Uhr im Kunsthaus Angelmodde statt, Angelmodder Weg 80.

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Ästhetik ist der Mutter von drei Söhnen sehr wichtig. „Aus dem Internet suche ich mir die schönsten Gesichter aus und verändere sie durch Farben und Details, manchmal passt mir zum Beispiel die Nase nicht.“ Für wenige, aber wichtige Partien benutzt die pharmazeutisch-technische Assistentin aber auch Ölfarbe. Nur so könne sie die weichen Konturen der Augen und der Lippen darstellen.

„Am liebsten male ich ohne störendes Sonnenlicht und zur kraftvollen Musik von Sarah Connor, denn Power ist mir wichtig“, sagt Lydia Mächler, die in Münster-Lütkenbeck auf die Welt kam. „Rot ist für mich eine sehr kraftvolle Farbe“, sagt Mächler. Bestes Beispiel sind die zwei Blumenbilder, die im Kaminzimmer des Kunsthauses spiegelbildlich hängen und wie erste Frühlingsvorboten wirken. Die Ausstellung geht bis Ende März.

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