Nachfolgebauwerk am Hofkamp kostet rund 950 000 Euro
Wird es erneut eine Hängebrücke?

Münster-Angelmodde/Gremmendorf -

Es wird an einem Nachfolger für die Brücke am Hofkamp gearbeitet, die im Volksmund „Golden Gate Bridge“ genannt wird. Drei Entwürfe standen zur Debatte. Wird es wieder eine Hängebrücke?

Freitag, 10.01.2020, 19:00 Uhr
Vor zwei Jahren wurden Schäden am Holzbohlenbelag sowie am Geländer beseitigt. Jetzt wird an einem Nachfolge-Bauwerk für die Brücke am Hofkamp gearbeitet.
Vor zwei Jahren wurden Schäden am Holzbohlenbelag sowie am Geländer beseitigt. Jetzt wird an einem Nachfolge-Bauwerk für die Brücke am Hofkamp gearbeitet. Foto: mlü

Die imposante Wersebrücke am Hofkamp ist seit Jahren ein Patient. 2011 fiel sie sogar durch den Brücken-TÜV. Trotz umfassender Reparaturarbeiten darf sie seitdem nicht von Reitern und Pferden genutzt werden. Jetzt wird an einem Nachfolger für die Brücke, die im Volksmund „Golden Gate Bridge“ genannt wird, gearbeitet. Drei Entwürfe stehen zur Debatte. Wird es wieder eine Hängebrücke?

Streng genommen lautet der technische Begriff in diesem Fall allerdings Schrägseilbrücke. Anders als bei der echten Golden-Gate-Brücke in San Francisco führen die Seile nämlich direkt zum Pylon und nicht zu einem Hängekabel. Die Kräfte werden also unterschiedlich abgeleitet. Davon abgesehen lautet die Antwort: Ja, die neue Brücke wird der alten ähneln. Die Baukosten betragen rund 950 000 Euro.

Doch von Anfang an: Die Stadt Münster hatte vor knapp zwei Jahren drei Entwurfsplanungen bei einem Ingenieurbüro in Auftrag gegeben. Die Zielsetzungen waren eine kurze Bauzeit und eine Wiederverwendung der Gründungsbauteile – und natürlich die Kosten. Von Anfang an stand fest: Eine Holzbrücke wird es nicht noch einmal.

Denn damit fing der ganze Ärger schließlich an. Alle Brücken aus afrikanischem Bongossi-Holz, die älter als 25 Jahre alt sind, müssen in Münster saniert werden. Sie faulen weg. Das sorgt vor allem an der Werse seit Jahren für einen Sanierungsstau. Tropenhölzer sind aus Gründen des Umweltschutzes sowieso schon länger keine gute Option im Brückenbau mehr. Die neue Brücke am Hofkamp wird daher aus Stahl – genau wie viele andere neue Brücken in Münster auch.

Das bietet auch Vorteile bei der Montage, da mit großen vorgefertigten Elementen gearbeitet werden kann. „Gleichzeitig steigt das Eigengewicht nicht nennenswert gegenüber dem Bestandsbauwerk“, argumentiert die Stadt Münster.

Sie hat sich nun für eine Stahl-Schrägseilkonstruktion entschieden, die sich an der Architektur bestehenden Holzbrücke orientiert. Die neue Brücke wird also wieder eine „Golden-Gate-Brücke“ – allerdings nicht in rot, sondern wenn man den Visualisierungen der Architekten glauben kann, in Verkehrsblau.

Die Ähnlichkeit hat aber weniger mit der lieb gewonnen Architektur der alten Brücke zu tun, als mit Kostengründen. In den anderen beiden Planungsvarianten waren entweder keine zusätzlichen Pylone eingeplant oder Pylone an neuen Standorten. Nur beim dritten Entwurf können alle Gründungsbauteile aus dem Bestandsbauwerk übernommen werden.

Sofern die Bezirksvertretung Südost in ihrer Sitzung am 14. Januar grünes Licht für die Millionen-Investition gibt, soll die Altbrücke im Frühling 2021 abgerissen werden. Die Rohrleitungen und Stromkabel, die bislang unter der Brücke hergeführt werden, sollen vorher in einer Unterführung neu verlegt werden. Für die Bauzeit von rund sechs Monaten werden Umleitungen über die Wolbecker Straße und den Angelmodder Weg eingerichtet. „Der Werse-Ufer-Weg bleibt weitgehend offen und wird nur tageweise gesperrt“, so das Amt für Mobilität und Tiefbau.

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