Der neue Pfarrer der Friedenskirche heißt Karsten Dittmann
„Er passt zu unserer Gemeinde“

Münster-Angelmodde -

Über ein halbes Jahr lang musste die evangelische Friedenskirche ohne einen Pfarrer auskommen. Jetzt hat das Presbyterium Karsten Dittmann aus Beckum einstimmig zum Nachfolger von Pfarrer Hartmut Hawerkamp gewählt.

Freitag, 21.02.2020, 16:40 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 18:12 Uhr
Das Presbyterium mit der Vorsitzenden Beate Herbers (l.) hat Karsten Dittmann aus Beckum zum neuen Pfarrer der Friedenskirchengemeinde gewählt. Er folgt auf Pfarrer Hartmut Hawerkamp, der von der Evangelischen Kirche Deutschlands nach Nairobi entsandt wurde.
Das Presbyterium mit der Vorsitzenden Beate Herbers (l.) hat Karsten Dittmann aus Beckum zum neuen Pfarrer der Friedenskirchengemeinde gewählt. Er folgt auf Pfarrer Hartmut Hawerkamp, der von der Evangelischen Kirche Deutschlands nach Nairobi entsandt wurde. Foto: mlü

Leicht hat es sich das Presbyterium bei der Entscheidung nicht gemacht. „Wir mussten aus sehr qualifizierte Bewerbungen auswählen und haben stundenlang diskutiert“, berichtet die Vorsitzende des Presbyteriums, Beate Herbers , im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollten auf jeden Fall einen Pfarrer, der mit den Menschen bei uns arbeitet – und unseren offenen Glauben nicht enger führt.“ Auch deswegen entschied sich das Gremium am Ende mit einem klaren Votum für den 52-jährigen Gemeindepfarrer aus Beckum.

Karsten Dittmann bezeichnet sich als Neokulturprotestanten – was so viel bedeutet wie: „Man kann den christlichen Glauben nicht ohne sein Umfeld leben.“ Ob nun Gedichte von Goethe oder moderne Rapmusik: „Das sind alles Anknüpfungspunkte, die uns zeigen, was christliches Leben in der heutigen Zeit bedeutet“, argumentiert Dittmann undogmatisch.

In der Gemeindepraxis geht es Dittmann und dem Presbyterium vor allem darum, das evangelische Gemeindezentrum an der Straße Zum Erlenbusch als ein „Haus voller Leben“ zu erhalten und sogar auszubauen. Im Gemeindezentrum treffen sich bereits jetzt sowohl kirchliche Gruppen als auch Sportgruppen. Hebammen bieten im Gemeindezentrum zum Beispiel Rückbildungsgymnastik an, es gibt Yogakurse und soziale Angebote. Ein echter Stadtteiltreff. „Das lässt sich gut ausbauen, vor allem weil die Gemeinde das auch will und so signalisiert“, sagt Pfarrer Karsten Dittmann. Er hat sich bereits in der Vergangenheit wissenschaftlich mit der Frage beschäftigt, wie unterschiedlichste Gruppen in eine „Community“, also eine Gemeinschaft, zusammengeführt werden können.

Dafür ergeben sich viele neue Chancen in Gremmendorf und Angelmodde. Mit der Konversion der York-Kaserne wird viel in Bewegung geraten. Spätestens mit der geplanten Umwandlung des Industriestandorts der Westfalen AG an der Heidestraße in ein Wohngebiet wird sich das unmittelbare Umfeld der Kirche verändern.

Voraussichtlich im Mai oder Juni wird Dittmann mit seiner Frau aus Beckum nach Münster umziehen und seine neue Stelle antreten. „Auch wenn ich sehr gerne in Beckum gelebt habe, war für meine Frau und mich immer klar: Sobald unsere beiden Söhne alt genug sind und eigene Wege gehen, können wir uns noch einmal einen Wechsel vorstellen.“

Dittmann wurde 1967 in Braunschweig geboren und ist in Wardenburg aufgewachsen. „Ich komme aus einer frommen Familie und für mich stand früh fest, dass ich entweder Buchhändler oder Pfarrer werde.“ Nach dem Abitur studierte er Theologie und Philosophie. Das Theologiestudium schloss er mit dem kirchlichen Examen ab, im Fach Philosophie promovierte Dittmann anschließend mit einer Doktorarbeit zur Traditionstheorie. Nach dem Entsendungsdienst wurde er 2007 in die Pfarrstelle in Borken gewählt.

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