Vom 27. Februar bis 26. März treten fünf weibliche Vortragende an den Ambo in St. Nikolaus
Fastenpredigten mit viel Frauenpower

Münster-Südost -

Am Donnerstag beginnt die Fastenpredigtreihe in St. Nikolaus Münster

Dienstag, 25.02.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 16:46 Uhr
Pfarrer Jörg Hagemann freut sich auf die Fastenpredigtreihe, die am 27. Februar beginnt.
Pfarrer Jörg Hagemann freut sich auf die Fastenpredigtreihe, die am 27. Februar beginnt. Foto: isa

Geballte Frauenpower kennzeichnet die Fastenpredigtreihe „jetzt.glauben.leben“ der Gemeinde St. Nikolaus Münster. Denn alle Prediger, die vom 27. Februar bis zum 26. März jeweils donnerstags um 19 Uhr an den Ambo der St.-Nikolaus-Kirche treten, sind Predigerinnen. „Es kommen fünf prominente, starke, spannende Frauen, die einiges von ihrem Glauben und Leben zu berichten haben“, erklärt Jörg Hagemann nicht ohne Stolz.

Dem leitenden Pfarrer der Gemeinde kam der Umstand zugute, dass er gleichzeitig das Amt des Stadtdechanten innehat, das er übrigens kürzlich für weitere sechs Jahre übertragen bekam. Viele Kontakte ließen sich so leichter knüpfen. Hagemann konnte die Mitinitiatorin von „Maria 2.0“, Lisa Kötter , sowie Professorin Dr. Marianne Heimbach-Steins, Redakteurin Jule Geppert, Maria Bubenitschek und Professorin Dr. Sylvia Kaiser als Vortragende gewinnen.

Ausnahmslos Frauen als Referentinnen – ist das ein Zeichen in Zeiten des Synodalen Wegs und der Diskussion um Frauenordination? „Ja sicher“, bestätigt Hagemann. Er habe gezielt weibliche Redner angesprochen. Auch in St. Nikolaus Münster gebe es viele Frauen, „die sich auf den Weg machen und „unsere Kirche wachrütteln“. Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Ämter und Macht in der Kirche sowie Lebensformen der Priester müssten diskutiert werden, wenn die Kirche glaubwürdig sein wolle, so Hagemann. „Wir haben nicht 100 Jahre Zeit zu überlegen, wie wir weiter machen.“

  • Den Anfang der Predigtreihe macht am 27. Februar die Künstlerin und Mitinitiatorin der Aktion „Maria 2.0“, Lisa Kötter. Die Akteurinnen von „Maria 2.0“ protestieren mit Mahnwachen, Unterschriftenaktionen und Streiks vor allem gegen die Ausgrenzung von Frauen in der katholischen Kirche. Zu einer Art Logo der Bewegung wurde das von Lisa Kötter gemalte Bild, das Maria mit einem Pflaster über dem Mund darstellt. Die Kirche habe die Gottesmutter immer schweigend und dienend dargestellt, erklärt Kötter. In Wirklichkeit sei sie eine starke, mutige Frau gewesen. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt der Donnerstagskreis der kfd St. Ida interessierte Frauen und Männer zu einem Treffen mit Lisa Kötter ins Pfarrheim St. Nikolaus ein.
  • Die Zweite im Bunde ist am 5. März die Leiterin des Instituts für christliche Sozialwissenschaft an der WWU Münster, Professorin Dr. Marianne Heimbach- Steins. Sie ist unter anderem mit Überlegungen zur Gender-Problematik bekannt geworden. Darin weist sie darauf hin, dass das Geschlecht eines Menschen ein bestimmendes Element in zwischenmenschlichen Beziehungen und Institutionen sei.
  • Am 12. März spricht die 38-jährige Jule Geppert, die als Redakteurin in der Kommunikationsabteilung des Bistums Münster arbeitet. Eigenen Angaben zufolge möchte die Journalistin bei ihrer Arbeit darüber informieren, was die katholische Kirche zu aktuellen Themen sagt, wobei sie auch Verbindung zu Menschen sucht, die der Kirche nicht unbedingt nahestehen.
  • Maria Bubenitschek, die am 19. März predigt, ist die erste Frau, die im Bistum Münster eine Hauptabteilung leitet, nämlich die Hauptabteilung Seelsorge. Die Religionspädagogin mit einem Master in psychosozialer Beratung und Mediation war lange als Gemeindereferentin und Schulseelsorgerin tätig.
  • Dr. Sylvia Kaiser ist Professorin für Zoologie und Gleichstellungsbeauftragte des Fachbereichs Biologie an der WWU Münster. Sie spricht am 26. März in der St.-Nikolaus-Kirche. Über die einzelnen Themen der Vortragenden ist noch nichts bekannt.
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