In der Corona-Pandemie kaufen viele gerne an der frischen Luft
Eingewecktes Gulasch läuft besonders gut

Münster-Angelmodde -

Gerade in der Corona-Krise nutzen viele Menschen die Möglichkeit, an der frischen Luft einzukaufen. Dies stellen auch die Marktbeschicker fest.

Mittwoch, 02.12.2020, 16:41 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 17:48 Uhr
Mitten in der Pandemie erhalten Wochenmärkte besseren Zulauf. Das berichteten auch Beschicker am Clemens-August-Platz.
Mitten in der Pandemie erhalten Wochenmärkte besseren Zulauf. Das berichteten auch Beschicker am Clemens-August-Platz.

Mitten in der Pandemie erhalten Wochenmärkte besseren Zulauf. Das berichten mehrere Beschicker des Wochenmarkts am Clemens-August-Platz in Angelmodde-Waldsiedlung.

Über „viele Neukunden“, freut sich Sylvia Baronowski von der Landfleischerei Otto Reckermann aus Ostbevern. Für sie gibt es sogar einen dreifachen Zusammenhang mit der Pandemie. Zum einen kauften die Leute „lieber an der frischen Luft einkaufen.“ Abstände einzuhalten sei im Wesentlichen kein Problem, gelegentlich müsse sie daran erinnern.

Die Verkaufswagen der Fleischerei beschicken viele Märkte, vom Domplatz über Warendorf bis Gremmendorf. Zum anderen achteten viele Verbraucher stärker auf die Art der Herstellung – das hänge wohl mit den Zuständen in einigen Schlachthäusern zusammen, die in der Pandemie breite Bekanntheit erlangten, meint Baronowski. So erzählt sie gern von der eigenen Herstellung von 95 Prozent ihrer Waren, und dass die Schweine von einem Bauern in Milte kommen, aus der Nähe, und damit keinen langen Weg zum Schlachtort hätten.

Noch ein dritter Effekt ist ihr aufgefallen: Frische Fertigpackungen etwa mit Gulasch biete sie sowieso an, aber auch Haltbares: In Gläsern eingeweckt, lagerbar ohne Kühlschrank. Und davon würde zweimal soviel gekauft wie früher.

Eine Verschiebung in der Nachfrage zum Haltbaren hat Dietrich Semmler nicht beobachtet, der vor allem Gemüse und Obst anbietet: „Nee, bei Himbeeren geht das nicht.“ Aber einen Zuwachs an Kunden hat auch er festgestellt. Es seien auch einige „hängengeblieben“ und kämen wieder.

„Schön, dass wir Zuwachs gekriegt haben“, sagt eine Kohl-Kundin. Sie meint einen neuen, vierten Verkaufswagen auf dem Clemens-August-Platz: Feinkost und Brotaufstriche bietet die Firma, die seit Kurzem auch auf dem Markt in Angelmodde-Dorf Flagge zeigt.

Schon seit zehn Jahren dabei ist ein Angebot der Stadtwerke Münster: Eine Mitarbeiterin macht Abo-Beratung und bedient die Vorverkaufsstelle. „Es läuft ganz gut.“ Am vierten Donnerstag im Monat kommt sie. Außerdem gebe es eine Vorverkaufsmöglichkeit am zweiten Donnerstag im Monat vor dem K&K, von 15 bis 18 Uhr.

Den ersten Wochenmarkt dort gab es am 20. September 1998, weiß Birgitta Schulz, die langjährige SPD-Vertreterin in der Bezirksvertretung Südost und Initiatorin des Markts: „Darum habe ich drei Jahre lang gekämpft.“ Der Markt fand zunächst mit zehn Ständen in der Nähe auf einem Parkplatz statt, ab dem 20. September 2008 auf dem dafür hergerichteten Platz.

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