Rücksichtslose Autofahrer verängstigen Radfahrer in Angelmodde
„Aggressives Hupen jagt mir jedes Mal einen Schrecken ein“

Münster-Angelmodde -

Eng ist es in Angelmodde-Dorf. Nicht für Autofahrer und Fußgänger. Vor allem, wer dort mit dem Rad unterwegs ist, leidet unter der Situation. Entweder man nutzt die engen Sonderwege für Fußgänger und Radfahrer. Oder man fährt auf der Straße, was dort durchaus erlaubt ist. Allerdings hat eine Radfahrerin damit schlechte Erfahrungen gemacht. Sie werde von Autofahrern immer wieder regelrecht „ausgehupt“, berichtet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auch sonst käme es oft zu unangenehmen Zwischenfällen.

Freitag, 08.01.2021, 18:34 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 18:54 Uhr
Dieses Schild erlaubt Radfahrern die Benutzung des Gehwegs. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet, sondern dürfen auch auf der Straße fahren.
Dieses Schild erlaubt Radfahrern die Benutzung des Gehwegs. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet, sondern dürfen auch auf der Straße fahren. Foto: isa

 

Zum Hintergrund: In Angelmodde-Dorf gibt es eine Reihe von teilweise sehr engen Rad- und Fußwegen. Dazu kommt eine Besonderheit: Auf einigen Streckenabschnitten im Ort verläuft neben der Straße ein Fußweg, auf dem auch Radfahren erlaubt sind.

Ganz wichtig: „Im gesamten Ortskern ist wegen der besonderen Umstände die Radwege-Benutzungspflicht aufgehoben“, bestätigt Guido Koops vom Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster. Das heißt: Radfahrer dürfen die (engen) Radwege und den besonders gekennzeichneten Gehweg nutzen. Sie müssen es aber nicht. Vielmehr haben sie genauso gut das Recht, die Fahrbahn zu nutzen.

Genau dies scheinen viele Autofahrer und auch LKW-Fahrer nicht zu wissen. Offenbar fühlten sie sich von Radfahrern auf der Fahrbahn behindert, vermutet die Radfahrerin, die sich an unsere Zeitung wandte. Aggressives, oftmals sogar mehrfaches Hupen jage ihr jedes Mal einen Schrecken ein. Außerdem überholten sie verärgerte Autofahrer manchmal mit nicht ausreichendem Abstand, was eine große Gefahr darstelle. Sie appelliert an das Verständnis der Autofahrer.

Die Situation in Angelmodde sei zugegebenermaßen schwierig, räumt Guido Koops ein. Der Verkehrsplaner verweist auf den gedrängten, historischen Ortskern, der wenig Spielraum für breitere Radwege lasse. „Außerdem engen einige alte Bäume an der Straße den Platz zusätzlich ein“, fügt er hinzu. Eine Tempo-30-Regelung, die den Radfahrern entgegen kommt, habe man im Ort bereits „soweit wie nach den aktuellen Bestimmungen möglich“ eingeführt.

Das beschriebene Verhalten der Autofahrer hält der Verkehrsplaner für „unfair“. Er appelliert an die Autofahrer, sich rücksichtsvoll zu verhalten, gerade gegenüber vermeintlich schwächeren Verkehrsteilnehmern.

Und eine Anregung der Radfahrerin greift Guido Koops direkt auf: Ähnlich wie an der Wolbecker Straße sollte auch in Angelmodde-Dorf ein Zusatzschild Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass Radfahrer die Fahrbahn benutzen dürfen, schlägt die Radlerin vor. Koops: Die Schilder habe ich sofort Auftrag gegeben.

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