Zur Krippe kommen sogar drei Königinnen
Angelmodder standen Modell

Münster-Angelmodde -

Die Krippe an der Außenwand der St.Agatha-Kirche findet viel Beifall. Ungewöhnliches Detail: Zum Kind kommen keine Könige, sondern Königinnen.

Donnerstag, 14.01.2021, 18:52 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 17:58 Uhr
Die Krippe mit den drei huldigenden Königinnen.
Die Krippe mit den drei huldigenden Königinnen. Foto: isa

Ja, er habe bewusst eine Königin zur Krippe ziehen lassen. Dies bestätigt Pastor Thomas Schulz auf Anfrage. Und nicht nur das: „Tatsächlich sind an der Kirchenwand von St. Agatha sogar drei Königinnen unterwegs, um dem Kind ihre Gaben zu bringen.“

Wie berichtet, finden die anmutigen, aus Holzplatten ausgesägten und schwarz angemalten Figuren an der Außenwand der romanischen Kirche im Ortskern von Angelmodde großen Anklang. Der Pastor und Künstler Thomas Schulz hatte sie vor Weihnachten an der Kirche angebracht. Viele Besucher und Besucherinnen kommen seitdem vorbei, um sich die ungewöhnliche Gruppe aus Heiliger Familie, Hirten, Hirtin und Königinnen anzusehen. Eine Nachbarin erfreue sich jeden Tag an dem Anblick, so Schulz.

Entstanden war die Idee zu der scherenschnittartigen Krippe, da Weihnachtsgottesdienste in der engen Dorfkirche unter Corona-Bedingungen nicht möglich waren. Eigentlich sollte daher für einen Outdoor-Gottesdienst eine Krippe an die Außenwand projiziert werden, so Schulz. Aber für die Familienmesse am Nachmittag wäre es dazu noch zu hell gewesen. So entwickelte Schulz die Idee, Figuren in Lebensgröße herzustellen. Gerade eben vor dem Lockdown gelang es ihm mit Hilfe kreativer Mitmenschen, Holz und Farbe zu beschaffen. Um die Gestaltung zu vereinfachen – und um der Krippe einen lebendigen Charakter zu geben – suchte Schulz nach Modellen für die Figuren. „Ich sprach zunächst diejenigen an, die sich für die Gestaltung des Lebendigen Adventskalenders im Ort engagiert hatten.“ Die Rückmeldung sei erfreulich positiv gewesen, so Schulz. Ganze Familien erklärten sich bereit.

Unter anderem suchte Schulz ganz bewusst nach einem weiblichen Modell für einen der heiligen Könige – und er fand gleich drei: Eine Mutter und zwei Töchter standen schließlich Modell. „Die Gleichberechtigung der Frau ist mir ein großes Anliegen“, betont der Geistliche. Von der Bibel her spräche nichts dagegen, dass Frauen auch in der Kirche Leitungspositionen innehätten. Schulz: „Auch Jesus hatte Frauen unter seinen Anhängern.“ Und nicht umsonst seien die ersten Zeugen seiner Auferstehung weiblich gewesen.

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