Der neue Flächennutzungsplan zum Baugebiet Hiltruper Straße liegt vor
Grundstein für neues Wohnquartier

Münster-Angelmodde -

Südlich der Hiltruper Straße soll ein Baugebiet mit rund 250 neuen Wohneinheiten entstehen. Damit die Bagger kommen dürfen, müssen noch zwei Dinge passieren: Erstens muss der Flächennutzungsplan für das Areal geändert werden. Zweitens muss ein Bebauungsplan her. Schritt Nummer 1 ist beinahe auf der Zielgeraden.

Freitag, 22.01.2021, 19:57 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 20:01 Uhr
So präsentiert sich Münster bislang für Autofahrer aus Albersloh. Auf der Ackerfläche an der Hiltruper Straße soll nun ein Baugebiet entstehen. Ein entsprechender Flächennutzungsplan wartet nur noch auf die Ratifizierung durch den Rat der Stadt Münster.
So präsentiert sich Münster bislang für Autofahrer aus Albersloh. Auf der Ackerfläche an der Hiltruper Straße soll nun ein Baugebiet entstehen. Ein entsprechender Flächennutzungsplan wartet nur noch auf die Ratifizierung durch den Rat der Stadt Münster. Foto: mlü

Der neue Flächennutzungsplan hat mittlerweile alle verwaltungstechnischen Stationen durchlaufen. Es fehlt jetzt nur noch die Zustimmung des Rates der Stadt Münster. Die Bezirksvertretung Südost wird das Thema demnächst auf der Tagesordnung haben.

Die wirklich wegweisenden Entscheidungen über die Gestaltung und Baudichte des neuen Wohngebietes fallen zwar erst mit der Aufstellung des Bebauungsplanes. Ein genauer Blick in die Unterlagen zum Flächennutzungsplan lohnt sich dennoch. Es wird deutlich, wo die Konflikte und Chancen bei der Erschließung dieses Areals liegen.

Klar ist, dass durch die neue Siedlung der Verkehr am Netzknoten Albersloher Weg / Hiltruper Straße zunehmen wird. Der Landesbetrieb Straßenbau drängt auf eine leistungsfähige und verkehrssichere Anbindung. Wie das aussehen kann, wird aber erst im Bauleitverfahren geklärt.

Die Stadtwerke Münster haben nicht vergessen, dass sich die Haltstelle Abzweig Hiltrup in einem komplett desolaten Zustand befindet. Wer dort ungeschützt am Straßenrand auf den Bus nach Hiltrup wartet, geht schnell auf Tuchfühlung zu vorbeifahrenden Autos. Das Problem besteht schon lange, doch offenbar kommt es jetzt auf den Tisch.

Kritik der Landwirtschaftskammer

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ist sauer: Es komme, schon wieder, zum Verlust von Ackerflächen. Ähnliche Argumente kommen aus der Bürgerschaft. „Die Stadt franst ins Umland hin aus“, heißt es in einem Einwand. Die Stadt Münster hält dagegen: Die Schäden an der Natur würden zu 100 Prozent kompensiert (zum Beispiel durch Ausgleichsflächen). Außerdem würden bereits an vielen anderen Stellen Neubauwohnungen auf Baulücken oder Brachflächen entstehen, so dass kein Flächenfraß entstehe Der Bedarf an neuem Wohnraum in Münster sei jedoch so hoch, dass es gerechtfertigt sei, an dieser Stelle bislang unbebaute Flächen zu erschließen. Die Wallhecke im östlichen Plangebiet soll allerdings als Naherholungsgebiet erhalten bleiben.

Genau in diesem Umfeld ist eine steinzeitliche Fundstelle bekannt. Eine weitere liegt direkt westlich am Emmerbach. Die Archäologen beim LWL hoffen auf weitere wertvolle Erkenntnisse zur Stadtgeschichte, wenn sie das Areal demnächst unter die Lupe nehmen.

Ein Feuerwehr-Standort?

Ein Vorschlag aus der Bevölkerung wurde abgelehnt: Angeregt wurde, einen Standort für die Freiwillige Feuerwehr im neuen Wohngebiet zu errichten. Die Berufsfeuerwehr schreibt, dass stattdessen eine umfangreiche statistische Analyse erforderlich sei, „um eine strategische Ausrichtung von Standortbedarfen ermitteln zu können“. Ein entsprechender Auftrag an die Politik sei in Arbeit. Das neue Baugebiet fließe selbstverständlich in die Brandschutzbedarfsplanung mit ein.

Sozialverträglichkeit steuern

Größter Knackpunkt ist die Sozialverträglichkeit. Gegenüber des geplanten Neubaugebietes befindet sich der ehemalige soziale Brennpunkt Osthuesheide. Die Sorge: Wird die Wohndichte weiter erhöht, könnten alte Probleme neu entfacht werden. Die Stadt Münster will dem im Zuge der Vermarktung entgegen wirken – wie genau, soll im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens erörtert werden.

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