Fernwärme-Kunden verärgert über Preiserhöhung und Verhalten der Stadtwerke
„Haben bis heute keine Antwort erhalten“

Münster-Angelmodde -

Bereits vor Monaten ärgerten sich eine Anwohnerin und einige ihrer Nachbarn aus Angelmodde über die Ankündigung der Stadtwerke, die Fernwärme-Kosten im kommenden Sommer zu erhöhen. Auf ihre Anfragen hätten sie bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten, entrüsten sich die Anwohner.

Montag, 01.02.2021, 17:43 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 17:47 Uhr
Viele Münsteraner erhalten Fernwärme von den Stadtwerken. Hier ein Blick auf den Wärmespeicher am Hafen.
Viele Münsteraner erhalten Fernwärme von den Stadtwerken. Hier ein Blick auf den Wärmespeicher am Hafen. Foto: Stadtwerke Münster

Im Dezember machte Sieglinde Möhle ihrem Unmut Luft: Die Angelmodderin sah nicht ein, dass sie als langjährige Fernwärme-Bezieherin ab Sommer 2021 deutlich höhere Energiekosten bezahlen soll, wie ihr schriftlich angekündigt wurde (unsere Zeitung berichtete). Viele ihrer Nachbarn sehen das genauso. Vor Monaten habe sie sich daher bereits an die Stadtwerke gewandt, berichtet die Seniorin. Was sie nun besonders ärgert: „Wir haben bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten.“ So könne man „mit Kunden nicht rumspringen“, entrüstet sie sich.

Wenn Corona nicht wäre, hätten sie und einige Nachbarn längst eine Unterschriftenaktion gestartet, fügt die Angelmodderin hinzu. Nur die geltenden Kontaktbeschränkungen hielten sie davon ab. Außerdem habe die Gruppe inzwischen ein weiteres Argument für ihren Standpunkt gefunden, berichtet Möhle im Gespräch mit unserer Zeitung. So heiße es in einem Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dass Fernwärme-Kunden von der CO₂-Steuer befreit seien. Diese Steuer jedoch wird von den Stadtwerken als ein Faktor für die Kostensteigerung aufgeführt.

Eine Sprecherin der Stadtwerke bedauert die Unzufriedenheit der Kundin. „Unser Anspruch ist, alle Kundenfragen persönlich zu beantworten – auch in Corona-Zeiten, in denen viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Homeoffice arbeiten“, erklärt sie. Wenn Antworten lange auf sich warten ließen, sei „eine telefonische Nachfrage im Kundencenter immer hilfreich“.

Auch zum Thema „CO₂-Abgabe“ nimmt die Stadtwerke-Vertreterin Stellung. Zwar sei die Aussage richtig, dass Fernwärme-Kunden keine CO₂-Ababe zahlen müssten, bestätigt sie. Indirekt fielen jedoch trotzdem Kosten an. Denn: „Für die Fernwärme aus unserem Heizkraftwerk am Hafen erwerben wir bereits seit dem Jahr 2005 so genannte CO₂-Zertifikate aus dem europäischen Zertifikatehandel“, so die Sprecherin. Von Juli 2021 an werde man diese Kosten nun an die Kunden weitergegeben. Davon, dass man dies bisher nicht getan habe, hätten die Kunden jahrelang profitiert.

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