MS-Nord
Kunst lebt vom Dialog

Montag, 08.06.2009, 17:06 Uhr

Münster-Kinderhaus - „Kunst muss sich in den Kleingärten gegen die Umwelt durchsetzen und notfalls auch gegen den Gartenzwerg.“ Alexander Dragon , Kurator der fünften Ausstellung „ Kunst trifft Kohl “, die jetzt in den drei Kinderhauser Kleingartenanlagen eröffnet wurde, brachte den Reiz der Ausstellung bei der Vernissage auf den Punkt. Das Projekt lebe von Konflikten, die zwangsläufig entständen, wenn Gartenfreunde das Umfeld der Skulpturen veränderten und sich einmischten. Doch diese Konflikte seien kein Ärgernis, sondern sorgten für die Lebendigkeit der Ausstellung.

„Kunst muss sich positionieren, der Dialog ist ein kreatives Moment.“ Besonders freut sich Dragon, dass in diesem Jahr mehrere Installationen zu sehen sind. Diese seien für einen Ausstellungsmacher und auch für diejenigen, die die Ausstellungsfläche zur Verfügung stellten, ein Risiko. Weil im Vorfeld nicht klar sei, wie die Arbeiten endgültig aussehen und am Anfang nur eine Idee stehe. Diese Idee sei oft zahlreichen Veränderungen unterworfen. Als Beispiel führte Dragon die Installation von Christine Rokahr mit dem Titel „Blowing in the Wind“ an. Eigentlich habe die Künstlerin mit vier Fahnenmasten geplant. Als sie gesehen habe, wie viele Masten es in den Gärten gebe, habe sie ihre Arbeit aufgestockt. „Und die Gärtner haben mitgezogen und ihre eigenen Fahnen abgehängt.“

So hätten mehrere Ausstellungsstücke eine eigene Geschichte. Der Bauwagen von Oliver Breitenstein unter dem Motto „Unkontrolliertes Leben“ sollte eigentlich in der Nähe des Spielplatzes in der Kleingartenanlage Münsterblick aufgestellt werden. Doch einige Mütter hätten Bedenken geäußert, und wieder sei ein Dialog entstanden, der zu einem neuen Standort führte.

Künstler müssten sich bei „Kunst trifft Kohl“ nicht mit einem distanzierten Betrachter auseinandersetzen, sondern mit einem lebendigen Umfeld, das sich einmische.

Bezirksbürgermeister Ralf Heupel betonte, dass aus der Ausstellung mittlerweile eine Tradition geworden sei. Er kündigte für die Politik an, sich für eine Finanzierung des Projektes auch in den kommenden Jahren einzusetzen.

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