Coerde
Auferstanden aus einer Ruine

Donnerstag, 17.06.2010, 20:06 Uhr

Münster-Coerde - Aus dem einstigen Schandfleck an der Görlitzer Straße 2 ist ein wahres Schmuckstück geworden. 40 Jahre ärgerten sich Anwohner über einen im Laufe der Jahre zur Ruine verkommenen Rohbau. Verwaltung und Gerichte waren immer wieder mit dem Gebäude beschäftigt, bis es schließlich zur Enteignung des ehemaligen Besitzers kam. Die Nachbarn schöpften Hoffnung, als sich 2007 endlich etwas auf der Baustelle bewegte. Der Baulärm klang fast wie Musik in ihren Ohren.

Seit zwei Jahren leben Willi Lankamp und Theresa Mendzies nun in ihrem schmucken Häuschen. Lankamp wusste damals, worauf er sich einlässt, als er den Rohbau erwarb: „Die Bausubstanz war im Kern in Ordnung.“ Lankamp ist vom Fach und hat sich beruflich auf Altbausanierungen und Trockenbau spezialisiert. Er konnte abschätzen, was auf ihn zukommt. Und der Bauherr ist sich sicher: „Ein Laie wäre dort verzweifelt, und die Kosten wären ihm über den Kopf gewachsen.“ Deshalb will er von Problemen während der Bauphase nicht sprechen - für ihn waren sie absehbar.

Von außen wurden der alte Klinker abgenommen und das Haus mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet. Das Haus sticht mit seinem hellen Anstrich deutlich aus der Nachbarschaft hervor. „Eigentlich war in diesem Baugebiet überall roter Klinker vorgegeben“, berichtet Lankamp. Doch mit Zustimmung der Nachbarn und den Behörden erhielt er eine Ausnahmegenehmigung. „Anders wäre eine energetische Sanierung auch nicht möglich gewesen“, erklärt der Bauherr, der nun ein Niedrigenergiehaus, das mit Erdwärme versorgt wird, besitzt.

Das Dach wurde bis oben ausgebaut, damit die beiden Söhne der Familie ihr eigenes Reich haben. 308 Quadratmeter Wohnfläche stehen der Familie jetzt zur Verfügung. Großzügig und offen geplant, geschmackvoll und modern eingerichtet, lässt es sich dort aushalten.

Zusätzlich haben die Besitzer im Souterrain eine Ferienwohnung gebaut. Die sei gut ausgelastet, versichern Willi Lankamp und Theresia Mendzies. Urlauber, Geschäftsleute und Wochenendgäste buchten das schicke 50 Quadratmeter große Appartement. Und über Coerde habe noch nie einer ein schlechtes Wort verloren. „Alle sind mit uns einer Meinung, dass es sich hier ruhig und angenehm wohnen lässt. Stadtnah und trotzdem im Grünen, besser geht es nicht“, betont Theresia Mendzies.

In Coerde ist das nun endlich fertig gestellte Haus immer wieder ein Thema. „Leute bleiben stehen, schauen und machen Fotos“, erzählt Theresia Mendzies. Selbst geführte Radgruppen hätten die Görlitzer Straße 2 als Sehenswürdigkeit in ihrem Programm.

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