Coerde
15 Jahre Stadtteilbüro Coerde: Erst Modellprojekt, jetzt Vorbild

Freitag, 10.12.2010, 19:12 Uhr

Münster-Coerde - Alt-Coerde - wer dort wohnt, ist Alteingesessener. Bis Anfang der 90er Jahre war das wohl auch so. Doch dann kam der Wandel: Immer mehr Flüchtlinge aus dem Kosovo zogen dort in Mehrfamilienhäusern ein. Aufgrund der nun veränderten Bevölkerungsstruktur und der Dringlichkeit, die Neuankömmlinge zu integrieren, bedurfte es begleitender Maßnahmen.

Es war ein Modellversuch, den damals die Stadt Münster, die Caritas und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit einem „ Stadtteilbüro Coerde “ am Nerzweg 9 wagten. Genau 15 Jahre ist das her.

„Aus dem Modellversuch wurde schnell eine Institution“, betonte am Freitag Gabriele Hess von der Awo. Sie arbeitet seit 1998 in dem Stadtteilbüro. Ihre Aufgabenbereiche: Quartiersmanagement sowie integrierende Kinder- und Jugendarbeit.

Die Geschichte des Stadtteilbüros spiegelt auch die ständig neuen Herausforderungen bei der Zusammenführung unterschiedlicher Bevölkerungsschichten wider. Die Trägerkooperationen der Einrichtung wechselten im Laufe der Zeit ebenso, wie die Angebote am Nerzweg variierten und anwuchsen, um den Bedürfnissen der Menschen unterschiedlicher Herkunft gerecht zu werden. Seit 2002 wird das Stadtteilbüro von der Awo koordiniert, und es ist fester Bestandteil eines engmaschigen sozialen Netzwerkes in Coerde, das Gruppen, Vereine und Institutionen geknüpft haben.

Dass die Kinder- und Jugendarbeit stets einen besonderen Stellenwert bei der Coerder Awo-Einrichtung hatte und sie über praktische Erfahrungen gerade mit Flüchtlingsfamilien aus dem Kosovo verfügt, blieb fernab des Nerzweges nicht unbemerkt: Im Juli dieses Jahres berichtete Gabriele Hess für die Unicef vor der Bundespressekonferenz in Berlin über die Lage der Kinder aus Roma-Familien in Deutschland. Der Hintergrund: Sie sollen in den Kosovo zurückgeschickt werden.

Trotz aller bundesweiten Integrationsdebatten: Den Geburtstag „15 Jahre Stadtteilbüro Coerde“ wollte das engagierte Awo-Team, bestehend aus Ana Maria Menz, Anna Steinhoff, Gabriele Hess und Manuel Grundmann, am Freitag auch ein bisschen zusammen mit anderen sozial engagierten Wegbegleitern feiern. Sie blickten auf überwundene Hürden zurück, schauten optimistisch in die Zukunft und hatten Spaß an frisch ausgeheckten Geschicklichkeitsspielen.

Und weil gerade die Zeit der Wünsche ist, hegt Gabriele Hess auch einen: „Die Bundesregierung sollte bundesweit wohnortnahe, flexible Hilfen in Form von Stadtteilbüros einzuführen. Und die Awo bekommt den bundesweiten Auftrag, dies durchzuführen.“

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