Briten-Häuser an der Dachsleite
Einschränkung beim Haus-Ausbau

Münster-Coerde -

Infoveranstaltung im Freizeitheim St. Norbert

Donnerstag, 27.03.2014, 20:03 Uhr

Zur Infoveranstaltung über die Briten-Häuser an der Dachsleite und am Igelpatt hatte das Stadtplanungsamt ins Freizeitheim St. Norbert eingeladen.
Zur Infoveranstaltung über die Briten-Häuser an der Dachsleite und am Igelpatt hatte das Stadtplanungsamt ins Freizeitheim St. Norbert eingeladen. Foto: jans

Hübsche Häuser in grüner Umgebung einerseits, drastische Einschränkungen bei individuellen Veränderungen dieser Gebäude andererseits: Dieser Konflikt wurde am Dienstagabend bei einer städtischen Bürgeranhörung zu den ehemaligen „Engländer-Häusern“ an der Dachs­leite und am Igelpatt deutlich. 30 Zuhörer fanden sich dazu am frühen Abend im Freizeitheim St. Norbert ein.

Peter Waanders gab zunächst eine allgemeine Einführung in die Aufgaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Immobilien-Erbe der abgezogenen britischen Streitkräfte auch in Münster abwickelt. Sie vermarktet fünf freistehende Einfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften am Igelpatt direkt.

49 weitere Wohneinheiten an der Dachsleite hat inzwischen die städtische Wohn- und Stadtbau erworben. Waanders machte deutlich, dass die Bima private Angebote für die Häuser annimmt und keine Preise vorgibt, sich grundlegend aber an einem internen Wertgutachten orientiert. Für Münster bedeute dies: „Das ist halt teuer, aber letztlich ist es eine persönliche Einschätzung.“ Eine entsprechende Ausschreibung der Häuser im Internet kündigte er für April an.

„Die Stadt ist auch aus meiner Sicht sehr streng“, befand Waanders mit Bezug auf Kommentare aus dem Publikum, nachdem er die behördlichen Überlegungen zur Erhaltung des Siedlungs-Gesamtbilds gehört hatte. Denkmalschützerin Mechthild Mennebröcker stellte den Vorentwurf einer „Erhaltungs- und Gestaltungssatzung“ sowie eines Bebauungsplans für das Areal vor. Sie erläuterte, dass die Siedlung Dachsleite Anfang der 60er-Jahre zwar mit Standardhaustypen des britischen Verteidigungsministeriums gebaut, aber durch die Verwendung von rotem Klinker und weißem Putz ortstypisch eingepasst wurde.

Die Erhaltung dieses städtebaulichen Eindrucks soll der Satzungsentwurf sichern. Mennebröcker: „Es ist ein spannungsreiches Bild entstanden zwischen Garten- und Freiräumen.“ Die Staffelung der Gebäude sei ebenso charakteristisch wie die einseitige Straßenrandbebauung in der stark begrünten Gesamtanlage. So entstehe „ein unverwechselbares Siedlungsbild“.

Um es zu erhalten, werden im Satzungsvorschlag nur eingeschossige Erweiterungen der Gebäude an deren Rückseite zugelassen. Ausschließlich Schiefer oder Flachdachziegel sollen auf die Dächer kommen. Thermische Solaranlagen für die Warmwasserbereitung sind eingeschränkt möglich. Fassadenänderungen an den Eingangsfronten verbietet der Entwurf. Und: „Die Vorgärten mit Rasen sollen auch zukünftig das Siedlungsbild prägen.“ Versiegelungen und Zäune dürfe es dort nicht geben. Mennebröker wies abschließend darauf hin, dass dieser Plan nur ein Vorentwurf sei. Vorschläge und Anregungen könnten weiterhin eingebracht werden.

Das ist halt teuer.

Peter Waanders
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