Narren aus Münsters Norden feiern trotzdem
Wie Advent ohne Heiligabend

Münster-Nord -

Der Rosenmontags-Zug in Münster ist abgesagt. Auch die Narren aus Münsters-Norden traf das hart. Sie machten aber aus der Not eine Tugend und feierten einfach ih ihrem Stadtteil.

Montag, 08.02.2016, 00:02 Uhr

In Sprakel verlegte man die Feierlichkeiten kurzer Hand in die Stammgaststätte „Sandruper Baum“, wo trotz der großen Enttäuschung noch das ein oder andere fröhliche „Helau“ zu hören war. Obwohl der mühsam befüllte Wagen jetzt wieder geleert werden muss, will sich der Coerder Carnevals Club die Session nicht vermiesen lassen (kl. Bild, v.l.): Schatzmeister Albert Holling, Rita Baum mit Ehemann und Hofmarschall Matthias Baum und Präsident Robert Erpenstein.
In Sprakel verlegte man die Feierlichkeiten kurzer Hand in die Stammgaststätte „Sandruper Baum“, wo trotz der großen Enttäuschung noch das ein oder andere fröhliche „Helau“ zu hören war. Obwohl der mühsam befüllte Wagen jetzt wieder geleert werden muss, will sich der Coerder Carnevals Club die Session nicht vermiesen lassen (kl. Bild, v.l.): Schatzmeister Albert Holling, Rita Baum mit Ehemann und Hofmarschall Matthias Baum und Präsident Robert Erpenstein. Foto: fre

„Für uns ist das wie Adventszeit ohne Heiligabend.“ Die Enttäuschung über den wegen einer Unwetterwarnung abgesagten Rosenmontagszug in Münster steht Matthias Baum, Hofmarschall des „Coerder Carnevals Clubs“, ins Gesicht geschrieben. Statt mit dem mühevoll gestalteten Wagen durch die Innenstadt zu ziehen und den Jubel der Menschenmengen zu genießen, kümmern sich die Coerder Karnevalisten nun um das Ausräumen des Wagens. Rund eine halbe Tonne Wurfmaterial hat nun seine Bestimmung verloren.

„Die Botschaft, dass der Umzug abgesagt ist, hat uns schon früh erreicht“, berichtet Präsident Robert Erpen­stein. „Der Höhepunkt der Session fehlt.“ Trotz des Umzugsausfalls bleibt er jedoch optimistisch: „Wo nur Spende ist, kann kein Schaden sein.“ So werden die Süßigkeiten, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum noch vor dem nächsten Rosenmontag überschreiten, für einen guten Zweck gespendet.

„Der Vorstand wird zeitnah entscheiden, wem die Kamelle zu Gute kommen soll“, so Erpenstein. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Schließlich bleibe die Hälfte des Wurfmaterials erhalten, und man habe sich schon im Voraus auf eine mögliche Absage eingestellt. „Wir haben alle Kartons verschlossen gelassen und noch keine Einzelteile im Wagen verteilt“, bestätigt Baum, der trotz der Frustration volles Verständnis für die Entscheidung von Rolf Jungenblut, Präsident des Bürgerausschusses münsterscher Karneval, hat: „Sicherlich gibt es einige Kritiker, aber wäre etwas passiert, hätten die Verantwortlichen die Schuld tragen müssen. Außerdem ist in anderen Städten die selbe Entscheidung gefällt worden, und das ist mit Sicherheit nicht grundlos passiert.“

Dass auf dem Prinzipalmarkt am Rosenmontag kein Zug stattfindet, hat laut Erpenstein besonders für einen fatale Folgen: „Für Prinz Bernard I. ist das die Katastrophe.“ Erpenstein war im Jahr 2011 Münsters Prinz Karneval und kann sich daher gut in die Rolle des amtierenden Prinzen versetzen. „Bernard ist ein herausragender Prinz, der eine super Session hinter sich hat. Der Rosenmontag sollte sein großer Tag in Münster werden. Dass er dieses geniale Gefühl, einmal als Prinz bejubelt zu werden, jetzt verpasst, ist eine riesige Enttäuschung.“

Auch für die Karnevalsinteressengesellschaft (KIG) Sprakel ist die Unwetternachricht ein echtes Debakel. Die monatelange Vorbereitung auf den großen Tag ist nun für die Katz‘. „Unser Trost ist, dass der eigene Umzug hier in Sprakel schon super war. Ich hatte also meinen großen Tag und fühle nun mit dem Stadtprinzen mit“, sagt Prinzessin Dani I. Trotz Unwetter wollten sich die Karnevalisten den Abschluss der Session nicht vollkommen zerstören lassen. So kam trotz des Ruhetags in der Stammgaststätte „Sandruper Baum“ die ganze KIG zusammen und feierte ausgelassen. „Ich möchte nicht in der Haut der Verantwortlichen stecken und kann die Entscheidung gut nachvollziehen. Aber nach der Session ist vor der Session. Wir freuen uns aufs nächste Mal!“, unterstrich die Prinzessin.

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