Stillstand im Coerdemarkt
Coerdemarkt hängt in der Luft

Münster-Coerde -

Die Politik hofft auf einen neuen Plan und mahnt Kompromissbereitschaft an.

Montag, 29.02.2016, 23:02 Uhr

Welche Perspektiven hat der Coerdemarkt? Wie es mit der städtebaulichen Entwicklung weitergeht, ist derzeit offen.
Welche Perspektiven hat der Coerdemarkt? Wie es mit der städtebaulichen Entwicklung weitergeht, ist derzeit offen. Foto: kaj

Was ein konsensfähiges städtebauliches Konzept für den Coerdemarkt anbelangt, herrscht momentan wie berichtet erst mal Stillstand. Wie beurteilt die Politik die Situation?

Das „Aus“ oder die „Pause“ für den Coerdemarkt habe zwei Dinge gezeigt, meint Jochen Frese, SPD-Fraktionschef in der Bezirksvertretung (BV) Nord: „Erstens: Gegen die nachvollziehbaren Argumente der Bürgerinitiative (BI) war die jetzige Planung des Investors nicht durchsetzbar. Aber auch die Parteien im Norden hatten sich in gleicher Weise positioniert. Bis auf die CDU waren SPD, Grüne, FDP und Linke deutlich auf Seiten der Bürgerinitiative. Zweitens: Der Investor konnte die Inter­essen und Wünsche der Eigentümer und seine eigenen für ein gleichzeitig tragfähiges Konzept damit nicht mehr realisieren.“

Das könne jedoch nicht das Ende der Fahnenstange sein, fügt Jochen Frese hinzu. „Um Coerde weiter zu entwickeln, müssen alle Beteiligten jetzt nach einem Kompromiss suchen. Dabei muss ihnen klar sein, dass ein solcher Kompromiss auf beiden Seiten immer auch Verlierer hat. Mit dem ,Kopf durch die Wand‘ geht das jetzt nicht mehr.“ Wem die notwendige Weiterentwicklung des Hamannplatzes und Coerdes am Herzen liege, „sollte das in Zukunft besonders im Kopf behalten“.

„Man kann nur hoffen, dass das kein kompletter Rückzug ist“, meint Bezirksvertreter Marc Weßeling (FDP). Er hoffe, dass Stroetmann in diesem Jahr mit einem neuen Plan komme. „Ich kann die Investoren und Eigentümer an diesem Punkt nur auffordern, einen Alternativplan zu entwerfen.“ Wenn es einen neuen Plan gebe, hoffe er, dass „weniger emotional und mehr rational diskutiert“ werde.

„Man muss sagen, dass das, was die Bürger eingefordert haben, minimal war. Wir hätten uns noch mehr erhofft – etwa ein ökologisches Vorzeigeprojekt im Einzelhandel“, sagt Klaus Rosenau, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksvertretung Nord.

Jetzt gelte es, nach vorn zu schauen. „Wir sehen uns als Vermittler, dass wir alle an einen Tisch bekommen“, damit es eine Lösung gebe für die Bebauung des Hamannplatzes.

Für die Menschen in Coerde sei die aktuelle Situation „eine schlechte Entwicklung“, sagt Olaf Bloch, Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV Nord. „Ich finde es schade, dass keine Zwischenlösung möglich war, dass beide Parteien so starr an ihren Konzepten festhalten.“ Es sei schade, dass „zwischen Investor, Bürgerinitiative und Teilen der Politik kein Kompromiss gefunden werden konnte“.

Eine positive Entwicklung als Einkaufszentrum sei für Coerde „wünschenswert“. Jetzt „steht zu befürchten, dass auf lange Sicht eine Entwicklung nicht möglich ist. Das wäre für Coerde die schlechteste Lösung“, unterstreicht der Christdemokrat

Die Hoffnung, dass es anders sein könnte, hat er aber doch, denn Olaf Bloch verweist auf den langen Weg zur Erweiterung des Kinderhauser Zentrums: „Man hat auch an den Prozessen in Kinderhaus gesehen, dass es langwierig ist.“

Um Coerde weiter zu entwickeln, müssen alle Beteiligten jetzt nach einem Kompromiss suchen.

Jochen Frese
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