Im Wohnzimmer gegründet
Ortsunion mit Potenzial

Münster-Coerde -

Vor 50 Jahren im Wohnzimmer an der Dachsleite gegründet, feierte die CDU Coerde jetzt Geburtstag.

Freitag, 06.05.2016, 18:05 Uhr

Im Wohnzimmer von Heinrich Bäcker an der Dachsleite 21 schlug am 4. Mai 1966 um 20 Uhr die Geburtsstunde der CDU Coerde . Um 21.40 Uhr hatten die Gründungsmitglieder, zu denen neben dem Hausherrn Reinhard Webersinn, Wilhelm Voß, Heinrich Denzer und Martin Holland zählten, alles geregelt: Heinrich Morthorst wurde in Abwesenheit zum ersten Vorsitzenden der Ortsunion gewählt.

Nur ein paar Hundert Meter entfernt vom Gründungsort traf sich die CDU genau 50 Jahre später im Freizeitheim St. Norbert, um ihren runden Geburtstag zu feiern. Ralf Heupel, Vorsitzender der Ortsunion, überreichte Martin Holland (87) an diesem Tag eine Urkunde und eine Medaille: Holland ist nach Heinrich Morthorst der zweite Ehrenvorsitzende der Ortsunion Coerde.

Staatssekretär Karl-Josef Laumann steckte im Stau, er schaffte es nicht nach Coerde. Josef Rickfelder, Kreisvorsitzender der CDU, hat den direkten lokalen Bezug: Er hat mal in Coerde gewohnt. Dass in der CDU Coerde viel personelles Potenzial steckt, machte Rickfelder in seinem Grußwort deutlich. Er nannte zunächst Heinrich Morthorst, Münsters wohl bekanntesten Kiepenkerl, dann Martin Holland, Ex-Vorsitzender der Ortsunion und seinerzeit Bezirksvorsteher in Münsters Norden. Werner Abbing ist aktuell stellvertretender Bezirksbürgermeister. Rickfelder erwähnte Dr. Jörg Twenhöven, Ex-Oberbürgermeister und ehemaliger Regierungspräsident, und erinnerte daran, dass Markus Funk in Coerde das erste Rats-Direktmandat der CDU holte. Auch Ansgar Lewe, lange Jahre Kreisvorsitzender der Jungen Union, und Christoph Brands, seit Ewigkeiten Geschäftsführer der CDU Münster, stammen aus Coerde. In Coerde verwurzelt sind auch die Kulturstaatssekretärin der Bundesrepublik, Monika Grütters, und der ehemalige Ratsherr und CDA-Vorsitzende Florian Steinforth.

Oberbürgermeister Markus Lewe hat die Hälfte seines Lebens in Coerde gewohnt. „Wir haben uns damals in der Gaststätte Holtmann am Kamin getroffen und über die Programme der anderen Parteien diskutiert: Wir waren kritische Geister. Uns passte vieles nicht. Zum Beispiel, dass in den Rieselfeldern ein Industriegebiet entstehen sollte.“

Die Schüsse, die von der Schießanlage der Bundeswehr in den Stadtteil hallten, die Kasernen am Hohen Heckenweg und am Holtmannsweg – all das zählt zu den Erinnerungen von Markus Lewe an den Stadtteil Coerde.

„Dass wir inzwischen 71 Jahre in Frieden und Wohlstand leben dürfen, ist nicht selbstverständlich“, betonte er. Auch heute gebe es Menschen die auf der Suche nach einer neuen Heimat seien, auf jeden Fall aber ein neues Zuhause suchten, sagte Lewe mit Blick auf die Flüchtlinge.

Und stellte die Bedeutung von Orten der Begegnung im Stadtteil heraus: des Freizeitheims, der Meerwiese und auch des Hamannplatzes. „Ich wünsche mir, dass wir zu einer Lösung kommen.“

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