Exkursion durch die Rieselfelder
Von Schlangen und Würmern

Münster-Coerde -

Es war eine besondere Führung durch die Biologische Station Rieselfelder: Während einer Exkursion mit der Biologin und Landschaftsökologin Dr. Giselheid Reding begaben sich die Teilnehmer auf die Suche nach Schlangen und Würmern. Erstere blieben leider unentdeckt.

Sonntag, 17.07.2016, 00:07 Uhr

Der neunjährige Schüler Clemens Groneuer präsentiert die gefundenen Tiere in einem Plastikbehälter. Dr. Giselheid Reding (kl. Bild, Mitte) erklärt den Kindern den Lebensraum und das Leben einer Blindschleiche.
Der neunjährige Schüler Clemens Groneuer präsentiert die gefundenen Tiere in einem Plastikbehälter. Dr. Giselheid Reding (kl. Bild, Mitte) erklärt den Kindern den Lebensraum und das Leben einer Blindschleiche. Foto: kel

Es ist eine nicht alltägliche Führung. Die Rieselfelder sind ein beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Tierfreunde. Manche kommen bei gutem Wetter regelmäßig, um mit großen Ferngläsern das Naturschauspiel auf dem Gelände zu beobachten. Doch am Freitagnachmittag stehen vor allem die Kinder im Mittelpunkt, die sich mit ihren Eltern oder Großeltern auf den Weg zur Biologischen Station gemacht haben. Dort informiert die promovierte Biologin und Landschaftsökologin Dr. Giselheid Reding während einer zweistündigen Führung über „Lebenskünstler ohne Beine“.

„Welche Tiere kennt ihr denn, die sich ohne Beine fortbewegen können?“, fragt sie die Kinder, von denen sich einige gut in der Materie auskennen: „Schlangen und Würmer “, antwortet ein Kind ohne langes Zögern.

Nach dieser kurzen Einführung leitet Reding die über 20-köpfige Gruppe weg von der Biologischen Station direkt auf dicht bewachsenes Gebiet. Die Kinder erhalten nun Plastikbehälter, in denen sie Tiere ohne Beine sammeln dürfen. Am häufigsten werden Schnecken unterschiedlicher Art gefunden, aber auch Regenwürmer. Reding erläutert die Eigenschaften der Tiere: So bleibt eine Bernsteinschnecke gerne am Ufer und kriecht auf Schleim. „Das funktioniert sogar auf einer Rasierklinge“, verrät die Biologin den staunenden Kindern.

Selbst die älteren Gäste können hier noch etwas lernen. Wolfgang Wiemers ist mit seiner Enkeltochter gekommen und nimmt zum ersten Mal an einer Führung teil. Der stellvertretende Vorsitzende des Umweltforums schätzt die Nähe der Rieselfelder zur Großstadt. „Kleine Tiere sind ja auch mal interessant zu beobachten“, sagt Wiemers. So sieht es auch Konrad Grafe. Der Schüler hat schon häufiger an Führungen über das Naturreservat teilgenommen und verfügt wegen der Sommerferien im Moment über viel Zeit. „Ich finde Tiere einfach faszinierend“, sagt der Gymnasiast.

Insgesamt besteht die zweistündige Führung aus einem abwechslungsreichen Programm. Reding hat mehrere Ratespiele für die Kinder vorbereitet, in denen sie zum Beispiel anhand einer Beschreibung eine Blindschleiche erkennen sollen. Auch diese Tiere befinden sich auf dem Gelände, sind aber an diesem Tage nicht zu finden. Dennoch können sich die Kinder die Charakteristika einer Schlange gut vorstellen, denn Reding hat eine alte Handtasche ihrer Großmutter mitgebracht, die aus einer Schlangenhaut besteht. „Kauft diese Taschen aber besser nicht. Dafür müssen Tiere sterben“, sagt sie den aufmerksamen Kindern zum Schluss.

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